Ein Hoch auf das Zehn-Finger-Schreiben!

In Seminaren mit, sagen wir mal, zwölf Teilnehmern, melden sich meist mindestens zwei oder drei, wenn ich danach frage, wie viele NICHT mit zehn Fingern auf der Tastatur schreiben. Also 20-25 Prozent der professionellen Autoren (und nur diese meine ich), tippen mit dem Adler- oder einem eigenen System. Diese Teilnehmer würde ich am liebsten wieder nach Hause schicken. Denn:

Wer besser, kreativer, klüger, informativer oder stilvoller schreiben lernen will muss mit zehn Fingern tippen!

Eine von vielen kostenlosen Schreibtrainer-Webseiten: http://de4.schreibtrainer.com/

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Wieso investiert man einige hundert Euro und ein bis zwei Tage Lebenszeit in ein Seminar zum Thema „Professionell Online Texten“ oder ähnlich und sucht auf der Tastatur nach dem großen „W“? Das ist in etwa so, als ob man einen Kurs in Business-Englisch belegt, aber beim Grundwortschatz noch einen Langenscheidt braucht.

Warum ist das 10-Finger-Schreiben so wichtig?

Es gibt Leute, die sagen, um etwas wirklich gut machen zu können, muss man es 10.000 Stunden lang geübt haben. Da mag etwas dran sein. Mit Sicherheit ist Übung das wichtigste Element beim Erlernen eines Handwerks (oder einer Kunst). Pablo Picasso übte sich jahrzentelang im Malen von Stierkampfszenen und Landschften. Erst, als er schließlich nicht nicht mehr über Farbe, Pinsel und Leinwand nachdenken musste, hatte er die Möglichkeit, wirkliche Kunst zu schaffen. Und, ja: Wer neben einem werdenden Trompeten-Spieler wohnt, weiß, wie zermürbend das „Handwerk“ in der „Kunst“ sein kann.

Wir als Autoren haben drei Werkzeugkisten: unsere Kreativität, dann die sprachlichen Fähigkeiten mit Rechtschreibung und Grammatik und schließlich die rein techische Tipparbeit. Wenn wir unser Hirn und unsere Seele aber damit beschäftigen, Buchstaben auf der Tastatur zu suchen, werden wir weniger Kapazität für die Sprache und schließlich auch für den Inhalt übrig haben. Unsere Artikel entstehen irgendwo im Kopf und benötigen unsere volle Aufmerksamkeit. Genauso wenig, wie wir in einer fremden Sprache gut texten können, bringen wir unsere Gedanken ohne Zehn-Finger-System störungsfrei zu Papier.

Deshalb: Nimm dir ein paar Stunden und lerne die Tipperei!

Deshalb: Nimm dir die paar (4-5) Stunden Zeit und quäle dich durch einen Schreibtrainer. Schon die kostenlosen Programme (wie oben) sind ausreichend. Du findest davon massenhaft via Google-Suche. Ich glaube, der Unterschied ist nicht sonderlich groß. Wer es etwas didaktischer und gefälliger haben will, kann sich auch ein Programm kaufen. Aber das Wichtigste ist:

  1. Üben, üben üben
  2. Und danach so lange dranbleiben, bis es sich automatisiert hat.

Danach können wir hier weiter machen. 😉

Über uns Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der beiden Gründer der CONTENTmanufaktur GmbH, gelernter Journalist und begeisterter Autor. In letzter Zeit beschäftigt er sich auch mit Inhalten, die zwischen den Zeilen stehen.

Ein Kommentar

  1. Pingback:12 Tipps, wie du noch bessere Texte schreibst - Contentman

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