10 bewährte Headline-Templates für jede Gelegenheit

Die möglicherweise beste Überschrift der vergangenen Jahre!

Die möglicherweise beste Überschrift der vergangenen Jahre!

Der Headline eines Artikels kann man gar nicht genug Aufmerksamkeit schenken. Es gibt Autoren die behaupten, sie brauchen eben so viel Zeit für die Überschrift wie für den Rest des Textes. Diesen Autoren kann ich helfen, denn mit diesen zehn Temples für funktionierende Überschriften haben sie Top-Headlines – und trotzdem mehr Zeit für den Inhalt.

Was eine Überschrift erreichen muss

Eine Headline hat verdammt viele Aufgaben – und muss dementsprechend super sein. Erstens muss sie den Leser ganz schnell, also etwa in 50 Millisekunden beeindrucken und festhalten. Wenn sie das nicht schafft, ist alles andere vergebens. Zweitens muss sie zusammen fassen, worum es in dem Artikel geht. Und das sollte sie möglichst emphatisch tun: Der Leser (ob von Google, über einen Newsletter oder von der Startseite kommend) muss das Gefühl haben, dass ihn der Schreiber des Artikels verstanden hat und ihm etwas Wichtiges zu sagen hat. Drittens sollte die Headline leicht verständlich sein und möglichst viele emotionale Knöpfe drücken.

Das klingt schwieriger als es ist. Denn man muss ja nicht bei jedem Artikel die Überschriften-Wissenschaft neu erfinden, sondern kann sich dank bewährter Templates zumindest eine ordentliche Headline für jeden Zweck zusammen basteln. Und mit ein wenig Kreativität wird daraus ein super-duper-geniale Überschrift.

10 Templates die sich bewährt haben

  1. Sag es einfach und direkt: So simpel das auch klingt, das passt immer. Ganz einfach das sagen, was man sagen möchte. Ohne viel drumrum, keine Übertreibung, keine Ironie, keine Aufforderung. Einfach sagen, worum es geht. (Beispiel: „Test: grüne Handys mit E-Mail-Empfang“, „ABC-Shop versendet Ihre Bestellung kostenlos“)
  2. Zahlen, Daten, Fakten: Je konkreter eine Information zusammengefasst werden kann, desto glaubhafter erscheint sie vielen Menschen. Und merke, große und glatte Zahlen funktionieren besser als kleine. (Beispiel: „Web-Shops: 80 Prozent aller Texte niemals gelesen“, „Arbeiter spendete 115.000 Euro an die Marxisten“)
  3. Aufzählungen, Bestenlisten: Der Renner immer und überall. Kann man aber nicht immer machen, denn das funktioniert natürlich nur, wenn der Text eine solche Aufzählung enthält. Jedenfalls wirken Listen und Charts einen geradezu hypnotisch. (Beispiel: „10 Strategien für bessere Überschriften“, „Die 15 coolsten Ideen für einen heißen Sommer“)
  4. Gib ein Versprechen: Natürlich muss man ein Versprechen auch halten. Aber wenn der Inhalt der Webseite erfolgreicher, schöner oder klüger macht (oder machen könnte), sollte man das auch sagen. (Beispiel: „Mit guten Überschriften zu mehr Besuchern“, „Dank Brillen von Fielmann sehen Sie klüger aus“)
  5. Die Nachrichten-Überschrift: Da jeder Zeitung liest (zumindest die älteren unter uns) ist dieser „Nachrichten-Ton“ eine passende Sprache, die nicht nur bei News eingängig ist. Wie man solche Überschriften baut, ist übrigens schnell erklärt: Einfach jedes Wort weg lassen, dass sich ohne Sinnentstellung entbehren lässt. (Beispiel: „facebook: Durchschnittsalter bei 27 Jahren“, „Trotz Protest: StreetView flächendeckend in Deutschland“
  6. Der Problemlöser: Die Welt ist kompliziert, jeder sucht nach Erklärungen. Gib sie ihnen. Hierbei hilft es übrigens, wenn die Probleme auch allgemein und verständlich sind. (Beispiel: „Wie man die besten Überschriften schreibt“, „So bestellen Sie Lebensmittel im Internet“)
  7. Provozierende Frage: Das funktioniert nur, wenn sich diese Frage wirklich auf den Kern des Artikels bezieht und sollte am besten mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann. (Beispiel: „Wissen Sie wirklich, was Ihre Kunden über Sie denken?“, „Sind die Deutschen schuld an der Griechenland-Krise?“)
  8. Superlative: Höher, weiter, besser – das zieht die Blicke auf sich. Wer hat schon Zeit für den Durchschnitt, es muss ein Rekord sein. Wenn es also einen Superlativ gibt, sollte das schon in der Überschrift stehen. (Beispiel: „Mehr Handy-Tests finden Sie nirgendwo“, „Der schnellste Weg zum Copywriter“)
  9. Zitat: Warum sich nicht einen großen Namen „leihen“? Wenn ein Promi mal etwas Kluges sagt, kann man das natürlich verwenden. Ach ja: Am besten kommen Zitate natürlich von einem bekannten Testimonial. Aber eine „institutionalisierte“ Person tut es manchmal auch. (Beispiel: „Angela Merkel: „Leistungsschutzrecht ist die neue GEZ“, Top-SEO: „Keywords sind kein Luxus“)
  10. Sag deine Meinung: Das ist ein wenig heikel, denn die Leser könnten anderer Meinung sein. Und, auch wenn im Internet gerne und über alles diskutiert wird – eine möglichst hohe Einigkeit mit der Zielgruppe wäre sinnvoll. (Beispiel: „Eine Bahnfahrt ist zwar lustig, aber viel zu teuer“, „Facebooks Datenschutz: Wo ist das Problem?“)

3 Überschriften die garantiert nicht funktionieren

Und hier noch eine kurze Liste von Überschriften, die im Internet meist NICHT funktionieren:

  • Poetische, hintergründige Wortspielereien: Das Internet ist (und bleibt auch in den kommenden Jahren) sehr prosaisch. Wer genießt schon ein Abend bei der Web-Recherche? Deshalb sollte man erst gar nicht versuchen, die Leser „zum Verweilen“ einzuladen. Besser ist, sie „fest im Griff“ zu halten.
  • Ironie und Zynismus: Ein echter Zyniker bekommt die lautesten Lacher, wenn er seine kleinen Gemeinheiten gut intoniert und den angemessenen Pausen formuliert. Beides geht im Web nicht. Kaum einer versteht Ironie und Zynismus, wenn er die beiden im Internet trifft.
  • Ausgeleierte, bildhafte Beschreibungen: Das, was im gesprochenen Wort noch halbwegs gut klingt, ist für die schnell suchenden Augen im Web völlig ungeeignet. Auf Bildschirmen geht niemand „über den Jordan“, wenn man „auf jemandes Wort“ etwas geben soll, fragt sich der Leser „was?“ und „auf dem Holzweg“ ist eigentlich nur derjenige, der seinen Lesern dieses Bild vor die Augen klatscht.

Der Selbst-Test für gute Headlines

Es gibt drei Fragen, mit denen du selbst testen kannst, ob deine Headline funktioniert:

  1. Ist die Überschrift auch alleine (ohne Text, Layout und Grafik) verständlich?
  2. Beschreibt sie den Kern des Artikels?
  3. Klingt sie gut, wenn man sie laut vorliest?

Nur, wenn diese drei Fragen mit „ja“ beantwortet werden können, solltest du die Überschrift verwenden!

Über uns Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der beiden Gründer der CONTENTmanufaktur GmbH, gelernter Journalist und begeisterter Autor. In letzter Zeit beschäftigt er sich auch mit Inhalten, die zwischen den Zeilen stehen.

Ein Kommentar

  1. Sehr gute Zusammenfassung, hat mir gefallen 😉 Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.