Vortrag halten: 7 funktionierende Tipps gegen das Lampenfieber

Ich finde es immer wieder schrecklich: Vor Publikum reden. Aber ich habe mittlerweile gelernt, damit umzugehen. Manchmal macht es sogar schon richtig Spaß. Hier meine 7 Tipps, mit denen ich mein Lampenfieber zwar nicht los geworden bin – die mir aber helfen, trotzdem einen guten Vortrag zu halten.

Sieht harmlos aus - aber kann sehr viel Angst machen: Reden vor Publikum (Foto: Fotolia | kasto)

Sieht harmlos aus – aber kann sehr viel Angst machen: Reden vor Publikum (Foto: Fotolia | kasto)

  1. Den Vortrag richtig lernen: Angenommen, du hast eine Präsentation gebaut. Was ist am schwersten zu lernen? Der Inhalt der Folien? NEIN! Die Übergänge. Ich bin mir sicher, du kennst dich in deinem Themengebiet großartig aus, darüber brauchst du dir den Kopf nicht zu zerbrechen. Aber wie kommst du von der einen Folien zur nächsten? Wie kündigst du sie an? Wie entsteht ein sanfter oder vielleicht spannender Übergang? Das würde ich vor dem Vortrag einige mal durchgehen. Alles andere kannst du!
  2. Bevor der Vortrag startet, bewege dich! Lampenfieber ist nichts anderes als Angst. Und das Problem mit Angst ist, dass sie das Blut vom Hirn in die Beine sacken lässt. Denn wenn du einem Säbelzahn-Tiger gegenüber stehen würdest, müsstest du entweder kämpfen oder rennen. Dafür brauchst du Kraft und kein Hirn. Selbst die Wahrnehmung ist eingeschränkt. Schlechte Voraussetzungen für einen Vortrag. Denn auf der Bühne brauchst du keine Kraft aber Hirn. Deshalb gib dem Körper vorher das, was er zum Abbau vom Adrenalin braucht: Bewegung. Laufe ein Paar Treppen (vielleicht zwei Stockwerke?) hoch und wieder runter. Dann ist das Angst-Hormon ein wenig abgebaut und du kannst wieder besser denken.
  3. Ein Spannungsableiter in der Hand. Mit etwas Glück hast du ja ohnehin einen Pointer oder einen Umschalter in der Hand. Wenn nicht, solltest du einen Kugelschreiber oder sonst ein „Ding“ mit auf die Bühne nehmen. Aus irgend einem Grund dient ein solches Objekt ein wenig wie ein Spannungsableiter. Einfach nur, weil es da ist. Das ist einfach, gell?
  4. Suche deinen liebsten Zuhörer: Es gibt Zuhörer, die man lieben könnte. Das sind diejenigen, die aufmerksam schauen, vielleicht hin und wieder nicken und auch mal lächeln. Einige von dieser Sorte hast du IMMER im Publikum. Suche diese und erzähle ihnen deinen Vortrag. Knipse die anderen Zuschauer aus – vor allem, die vielleicht eher kritisch gucken oder gar unbeweglich. Die machen dich sonst doch nur noch nervöser.
  5. Die ersten paar Sätze solltest du auswendig können: Egal, wie frei du deinen Vortrag durchreden kannst oder willst. Es ist immer eine gute Idee, wenn du die ersten Sätze der Begrüßung und den Sprung ins Thema auswendig lernst. Natürlich darfst du davon abweichen. Aber die ersten Sekunden und Minuten sind die schlimmsten. Deshalb brauchst du da einen „Automatik-Modus“ in den du auf jeden Fall schalten kannst. Wenn dann die erste lustige Bemerkung beim Publikum gezündet hat und du das Lachen und die Zustimmung hörst, dann kannst und wirst du dich freier fühlen.
  6. Mache Pausen! Wenn du eine neue Folie zeigst, lass deinem Publikum ein wenig Zeit, sich zurecht zu finden und ggf. etwas zu lesen. In den ersten zwei bis sieben Sekunden hört dir kein Mensch zu. Also lass ihnen etwas Zeit… Und, vor allem: Lass dir damit Zeit. Auch zwischendurch, wenn du etwas Bedeutsames gesagt hast, gib dir und dem Publikum etwas Zeit. Ein Vortragender, der ohne Punkt und Komma redet, wirkt viel schneller gehetzt und wird seine Botschaft auch nicht transportiert bekommen. Mache Pausen, wiederhole dich und schon deshalb wirst du souverän wirken.
  7. Atme aus! Die Pausen nutzt du am besten zum Atmen. Denn das ist deine Schwachstelle – falls du wirklich Lampenfieber hast. Achte einmal darauf, woran DU erkennst, ob jemand auf der Bühne Angst hat. Na? Meisten hat der- oder diejenige die Lungen mit Luft vollgepumpt und bekommt keinen weiteren Sauerstoff mehr rein. Als ehemaliger Asthmatiker weiß ich: Das Entscheidende am Atmen ist das Ausatmen. Denn du brauchst Platz für frischen Sauerstoff. Also: Atme bewusst aus!

Vertraue dir und übe

Noch vor etwa zehn Jahren konnte ich kein Glas in der Hand halten, wenn ich zu mehr als drei oder vier Menschen gesprochen habe. Heute hasse ich es zwar (zumindest vorher) immer noch, wenn vielleicht sogar mehr als hundert Zuhörer im Publikum sitzen. Aber ich komme damit klar. Und manchmal habe ich sogar richtig Spaß daran. Allerdings nur, wenn ich mal wieder an meine sieben Punkte oben gedacht habe. Probiere es auch!

Über uns Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der beiden Gründer der CONTENTmanufaktur GmbH, gelernter Journalist und begeisterter Autor. In letzter Zeit beschäftigt er sich auch mit Inhalten, die zwischen den Zeilen stehen.

Ein Kommentar

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