Diesen Beitrag widme ich allen, die solche Sätze schreiben und sagen wie: „Um den Lesern Mehrwert zu bieten und damit Google dich crawlen kann, müssen deine Blogbeiträge mindestens 1.000 Wörter lang sein.“ 

Wie lang darf eine Gurke sein? (Photo by Charles Deluvio 🇵🇭🇨🇦 on Unsplash)

Es geht hier also darum, wie lang Beiträge im Internet sein müssen – aus Nutzer und aus SEO-Sicht. Noch ein Zitat: „Wie eine Untersuchung von „serpIQ ergeben hat, so hat die Länge von Blogartikeln einen deutlichen Einfluss auf das Ranking, denn: Hieran erkennt Google Relevanz.“ 

Echt? An der Länge erkennt Google die Relevanz der Beiträge? Schwachsinn! (sorry für meine Ausdrucksweise)

Wahr ist: 

  • Es gibt KEINE Mindestlänge (weder 300 noch 3.000 Wörter)
  • Es gibt KEINE Höchstlänge (wird manchmal auch behauptet)
  • Es ist NICHT richtig, dass man besser rankt, wenn man mehr Text hat als der Durchschnitt der schon gut rankenden Seiten. 
  • Und wenn wir grad dabei sind: Keyword-Stuffing, Presseseiten und Forenlinks sind auch totaler Mist. 
Leicht zu erkennen: Es gibt KEINE Mindestwortzahl um für ein Wort wie „Schilddrüse“ top zu ranken. 

Der Beweis!

Zur Veranschaulichung: Seiten, die für „Schilddrüse“ auf den ersten Plätzen ranken, haben eine Textlängenvarianz von 181 bis 8.172. 

Wen das noch nicht überzeugt, der zählt bitte die Wortzahl der Top-Seiten für mindestens 100 weitere Keywords 😉

Du siehst, es lohnt sich bei der Bewertung von Regeln einfach mal schnell in die SERPs zu schauen…

Und um Missverständnisse und Ausnahmen-Formulierungen zu vermeiden: Das gilt für Blogbeiträge genauso wie für Kategorieseiten von Shops oder Ratgebertexte. Zugegeben, das war möglicherweise vor zehn Jahren anders. Aber heute ist nun mal heute. 

Das Problem beim Zählen von Worten ist nämlich: Damit ist rein gar nichts über den Inhalt gesagt. Manchmal steht in 50 Wörtern mehr Wahrheit als in 50.000. Oder?

Schließlich kommt ja auf die gestellte Frage an: Will der Nutzer wissen, wie groß Barrack Obama ist, reicht eine einzige Zahl… 

Wie lang soll ein Artikel also sein?

Es gibt wohl nur genau eine einzige Regel, die unverrückbar stimmt: 

Ein guter Beitrag ist immer exakt so lang, wie der Inhalt ihn trägt. 

(jemand auf einem meiner Seminare)

Und hier gibt es verschiedene Faktoren, die dabei eine Rolle spielen: 

  1. Textwüste vs. Übersichtlichkeit: Je übersichtlicher du den Inhalt darstellen kannst, umso mehr Text kann der Leser „verarbeiten“. Also baue sinnvolle Zwischenüberschriften, verwende eine Sprungmarkennavigation, werte den Inhalt mit Aufzählungen und Fettungen auf. 
  2. Beantworte die Frage, die mit dem Keyword auf Google gestellt wird, so umfassend UND fokussiert wie möglich. Also weder herumlabern noch Inhalt verschlucken. 
  3. Manchmal ist eine Grafik, eine Bildergalerie, ein Video oder eine Datenanimation besserer Content als dein Text. In Shops könnte das auch eine gute Produktauswahl (oder -darstellung) statt eines 3.000-Wörter-Textes sein…
  4. Inhalt UND Navigation: Inhalt gehört zu einer Webseite – genauso wie die Navigation. Für die etwas allgemeine Frage nach „Schilddrüse“ sind offenbar 8.000 Wörter über Symptome und Diagnose die eine „gute Antwort“ – eine knappe Seite mit Navigation zu spezielleren Seiten eine andere. Beides ist legitim. 
  5. Diversität: Wenn Google schon zehn Seiten mit viel Text zu einem Thema hat, dann braucht die Suchmaschine keine elfte… Versuche dann, etwas anderes zu machen.  

Nicht zuletzt spielt natürlich eine große Rolle, wie lesenswert dein Artikel ist und ob er etwas Neues, Interessantes in diese Welt bringt, was ihn für den Nutzer und Google unverzichtbar macht. Aber, hey, das natürlich schon weit von der Frage der Beitragslänge entfernt…

Und wie mit Yoast und den anderen Tools umgehen?

Yoast findet übrigens, dass ich unrecht habe und dieser Text zu kurz ist: 

Liebes Yoast-Plugin. Ich mag dich sehr. Aber manche deiner Analysen sind totaler Blödsinn. 

Wie gehe ich damit um? Nun, das ist relativ einfach: Für Standard- und technische Fragen sind all die Tools großartig. Aber erst, wenn sich bei Yoast so viele Ingenieure mit Textbewertung beschäftigt haben, wie bei Google, werde ich ihnen in diesem Punkt glauben. 

Also niemals 😉

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