Zahlen über LeserWenn du zur überwiegenden Mehrheit der Leser im Internet gehörst, reicht deine Aufmerksamkeit nicht aus, diesen Artikel zuende zu lesesn. Schlimmer noch: Nur jeder zweite wird wird bis zu Hälfte kommen. Immerhin: 95 Prozent von euch werden sich die Mühe machen, zu scrollen um zu sehen, was „below the fold“ also im nicht sichtbaren Bereich steht.

Na gut, so pauschal kann man das nicht sagen. Die Daten stimmen für das US-Magazin Slate. Farhad Majoo hat in einem Artikel eindrucksvoll und auf Daten von Chartbeat beruhend beschrieben, was User so auf Artikeln treiben. Als Grafik sieht das so aus:

Die ersten bouncen, dann liest die Hälfte nicht zum Schluss. Oh je.

Die ersten bouncen, dann liest die Hälfte nicht zum Schluss. Oh je.

Also: Alles fängt damit an, dass 38 Prozent der Besucher einer Seite eigentlich gar nichts sehen – sondern bouncen und sofort wieder zu Google oder sonstwohin zurück springen. Die anderen verhalten sich wie oben beschrieben.

Die Grundlage für diese Grafik ist die Idee, dass ein Artikel – jedenfalls bei Slate – etwa 2000 Pixel lang ist. Also es geht eher um Fachbeiträge als um eine Promi-News. Ich denke, das beschreibt ganz ordentlich auch das Verhalten von deutsch Usern auf Magazinen oder solchen Blogs wie hier. Wir können also ein wenig weiter verallgemeinern.

Wie halte ich den Leser auf meiner Seite?

Nicht ganz eindeutig, aber der wichtigste Wert ist klar: Mehr als 60 Prozent ihrer Zeit verbringen die User "below the fold".

Nicht ganz eindeutig, aber der wichtigste Wert ist klar: Mehr als 60 Prozent ihrer Zeit verbringen die User „below the fold“.

Noch ein Chart von Chartbeat: Hier ist die verbrachte Zeit auf Webseiten als Heatmap zu erkennen. Ergebnis: Knapp 66 Prozent der Zeit verbringen die Leser „below the fold“.

Nun könnte man darüber herum jammern, dass das  wenig Zeit sei. Aber das sehe ich anders: Denn immerhin trifft man ja während des Lesens „above the fold“ die Entscheidung, ob man herunter scrollt. Und auch schon das „kostet“ ja Zeit.

Außerdem ist das ist ein Wert, den man natürlich mit meinem Tipp, besonderen Wert auf wichtige Stellen zu legen, deutlich steigern kann. Das wären dann:

  • Die Headline im Zusammenspiel mit der
  • Dachzeile und in Einheit mit dem
  • Aufmacherbild.
  • Eine Einleitung, die gut sortiert erklärt, worum es geht, hilft dabei natürlich auch.
  • Und Zwischenüberschriften halten den Leser dann auch weiter unten im Text.

Aber das wisst ihr ja schon längst. 😉

Was bringen uns die Zahlen sonst noch? Ich denke, sie bestätigen, dass zumindest bei Magazin-Artikeln und Blogbeiträgen die Leser viel eifriger sind, als gedacht. Wenn man bei längeren Inhalten die Chance hat, 50 Prozent der Leser bis zur Mitte zu führen – kann man diese auch ergreifen, und sie noch weiter fesseln. Und wenn tatsäch nur 5 % der Leser *nicht* scrollen ist das ein Wahnsinnswert, den ich fast nicht glauben mag.

Fazit: Die Leser geben uns eine Chance! Der Rest liegt bei uns Autoren.

Na gut, wenn du jetzt bis hierhin gelesen hast, bist du ein ganz besonderes eifriger Leser. Oder ich habe es geschafft, dich lange genug zu interessieren. Damit auch wirlich die letzte Hürde geschafft ist, und du meinen Beitrag bis zum Schluss liest, muss ich mir etwas einfallen lassen. Vielleicht so etwas wie ein Fazit, wie ich es in die letzte Zwischenüberschrift geschrieben habe?

Merke: Der ganze Text ist nix wert, wenn das Drumherum nicht wirklich zwingend ist. Aber ja, auch das wusstest du ja schon längst.

Mehr lesen? Gerne:

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