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5 negative Glaubenssätze, die deinen Erfolg als Autor sabotieren

Die meisten großartigen Bücher werden nie veröffentlicht. Sie bleiben halbfertige Manuskripte, weil die Autoren sich von ihrem Gehirn austricksen lassen. Du möchtest eigentlich gern ein Buch schreiben, aber irgendwie kommst du nicht voran? Möglich, dass du dich mit negativen Glaubenssätzen selbst blockierst. Einmal entdeckt, lassen sie sich allerdings leicht aus dem Weg räumen.

Nicht real: Glaubenssätze sind Überzeugungen, die nicht stimmen. (Foto von Stefano Pollio auf Unsplash)

Negativer Glaubenssatz Nr. 1: „Ich habe nicht genug Zeit, ein Buch zu schreiben.“

Die vielleicht beliebteste Ausrede… äh Überzeugung: Die Zeit fehlt. Mit dem Job, der Familie, Partner und Freunden ist es jetzt gerade einfach ein ganz schlechter Zeitpunkt, aber in nächstes Jahr, wenn das Projekt abgeschlossen ist, die Kinder etwas selbstständiger sind, du deine Finanzen etwas solider aufgestellt hast, dann, ja dann fängst du endlich an mit deinem Buch. Nur hast du dir das leider schon ebenso letztes Jahr und, wenn du ehrlich bist, auch im Jahr davor erzählt.

Ehe du jetzt deinen inneren Kritiker auf dich loshetzt: Nein, du bist deswegen kein Versager. Wahrscheinlich sind sogar die meisten Autoren schon in diese Denkfalle getappt. Die Wahrheit ist: Der perfekte Zeitpunkt wird nicht kommen. Das Leben passiert. Irgendwas kommt immer dazwischen.

Warte also nicht, bis sich auf magische Weise vier Wochen terminfreie Zeit in deinem Kalender auftun, um endlich deine Geschichte aufzuschreiben. Das ist auch gar nicht nötig. Plane lieber in kleinen Schritten. Wenn du ein Morgenmensch wie Ernest Hemingway oder John Grisham bist, stehe eine Stunde früher als sonst auf und nutze die ruhige Zeit zum Schreiben. Wenn du eher Nachteule bist, guck eine Serienfolge weniger am Abend und setz dich stattdessen noch mal an den Rechner).

Die Salami-Taktik ist nichts für dich? Auch wenn viele bekannte Autoren auf das Tägliche am Buch arbeiten schwören, es gibt nicht die Universalformel. Vielleicht brauchst du zum Schreiben wirklich Zeit am Stück. Aber brauchst du dafür ein Sabbatical? Ein kompaktes Sachbuch kannst du – inhaltliche Expertise und Vorbereitung vorausgesetzt – ohne Weiteres an ein paar verlängerten Wochenenden schreiben. Und diese freien Zeiten kannst du mit etwas Kreativität auch im stressigsten Alltag organisieren.

Buchtipp: Cal Newport zeigt in „Konzentriert arbeiten“ verschiedene Konzepte für die Schreibarbeit.

Negativer Glaubenssatz Nr. 2: „Ich weiß noch nicht genug, damit das Buch wirklich gut wird.“

Perfektionismus ist die beste Freundin der Schreibblockade. Wenn du meinst, dass du noch nicht ausreichend Experte im Thema bist und noch etwas mehr Recherche nötig ist, halte inne. Weißt du mehr als deine Zielgruppe? Wie viele Jahre beschäftigst du dich mit deinem Thema? Wenn du hohe Ansprüche an dich stellst, ist das ehrenwert in einer Zeit, in der sich jeder, der zwei Bücher zu einem Thema gelesen hat, Experte nennt. Aber diese Haltung kann dich daran hindern, deine Erfahrungen und dein Wissen überhaupt mit der Welt zu teilen. Und das wäre schade.

Kannst du konkret benennen, welchen Aspekt deines Themas du noch genauer durchdringen willst? Ja, dann reserviere dir Zeit, bring die Fakten in Erfahrung und fang an zu schreiben. Nein? Dann steht hinter deinem Perfektionismus wohl eher die Angst, dass das Ergebnis nicht gut genug sein könnte.

Was befürchtest du genau? Forsche, welche Angst auf das Gaspedal deines Perfektionismus drückt. Die Stimme in deinem Kopf, dass du kein Profi bist und das alles nichts wird, wirst du vielleicht nicht loswerden, aber das ist nicht schlimm. Elizabeth Gilbert hat mehrere Bestseller und noch mehr Bücher geschrieben – und hört diese kritische Stimme bis heute, aber sie verbannt ihre Angst auf den Rücksitz und steuert ihre Buchprojekte trotzdem Seite für Seite bis zum Abschluss.

Buchempfehlung: Elizabeth Gilberts Buch „Big Magic“ ist übrigens großartig. Lesenswert für jeden, der mit seiner Kreativität, Zweifeln und Ansprüchen kämpft und (wieder) mehr Raum fürs Schreiben in seinem vollen Alltag finden möchte.

Negativer Glaubenssatz Nr. 3: „Das Buch kauft keiner und ich blamiere mich.“

Dem zweiten Glaubenssatz verwandt, ist die Sorge: Was, wenn am Ende niemand mein Buch kauft? Hier Entwarnung: Das wird wohl nicht passieren, da sich sicher ein Freund oder Verwandter doch ein Exemplar bestellt. Aber im Ernst: Es ist sogar wahrscheinlich, dass du nicht tausende von Exemplaren verkaufen wirst. Es sei denn, du hast bereits eine große Online-Gefolgschaft und Millionen Fans warten nur auf dein Werk. Dann gratuliere ich. Aber was ist so schlimm, nur ein paar Bücher zu verkaufen?

Es werden im Jahr rund 71.500 Bücher in Deutschland veröffentlicht (Stand 2018). Für die Leser ein unüberschaubares Angebot. Wenn du planst, dein Buch im Selfpublishing herauszubringen, fehlt dir die Marketing-Maschinerie eines etablierten Verlags, um aus der Masse an Autoren herauszustechen und auf dein Buch aufmerksam zu machen. Dann bist du auf eigenes Online-Marketing und das Know-how um die Algorithmen der Online-Buchplattformen angewiesen. Was dir das sagen soll? Die Zahl deiner Verkäufe trifft absolut keine Aussage über die inhaltliche Qualität deines Buchs.

Wenn dein primäres Ziel ist, möglichst viele Bücher zu verkaufen, hinterfrag deine Motivation noch mal. Vielleicht legst du auch direkt Budget für Ghostwriter und Marketingexperten zur Seite legen. Das macht weniger Arbeit, als selbst zu schreiben.

Negativer Glaubenssatz Nr. 4: „Ich bin kein guter Autor.“

Merkst du, dass der innere Kritiker, der diese negativen Überzeugungen fabriziert, ziemlich unkreativ ist? Am Ende ist einfach alles nicht gut genug. Der Zeitpunkt nicht optimal, der potenzielle Erfolg nicht groß genug. Du selbst – nicht gut genug. Musst du nicht auch schmunzeln, wenn du dir das so plakativ vor Augen führst? Und das ist einer der besten Wege, um mit den sabotierenden Gedanken umzugehen: Nimm sie mit Humor.

Aber selbst, wenn wir die Bedenken ernst nehmen: Vielleicht hast du noch nie ein Buch geschrieben. Na, und? Jeder fängt Mal an. Das heißt nicht, dass du kein guter Autor bist. Und es gibt Lektoren, die dir helfen, deinen Text zu polieren und am Ende ein Werk zu veröffentlichen, auf das du stolz sein kannst.

Wenn du jetzt einwendest, dass du zwar gerne deine Geschichte als Buch teilen willst, aber noch nie gut im Formulieren warst, ist selbst das kein Grund, zu kapitulieren. Nimm dir ein  Beispiel an einigen sehr erfolgreichen Autoren wie Brené Brown, Dan Brown oder Winston Churchill: Sprich dein Buch ein. Jedes Smartphone hat eine Voice Recorder App. Drück den Aufnahme-Button und stell dir vor, du erzählst einem Freund deine Geschichte. Und wenn du deine Audiodateien nicht selbst transkribieren willst, gibt es dafür Anbieter, die das für ein faires Honorar erledigen.

Und last not least: Wer entscheidet, was einen guten Autor ausmacht? Wir leben in Zeiten, in denen es keine Qualitätswächter mehr gibt. Dank Selfpublishing kannst du veröffentlichen, was du möchtest. Wenn dein Herz und dein Hirn zufrieden mit deinem Text sind, dann veröffentliche ihn. Selbst wenn dich das eine oder andere kritische Feedback erreicht: Die Welt wird nicht untergehen. Sieh es eher als Kompliment: Im Meer an Veröffentlichungen hat jemand dein Buch gefunden und sich die Mühe gemacht, es zu lesen und zu kommentieren. 

Negativer Glaubenssatz Nr. 5: „Ich habe keinen Literaturagenten und nicht genug Geld, um ein Buch selbst zu veröffentlichen.“

Beide Bedenken waren vor ein paar Jahrzehnten legitim. Im Zeitalter von Self-Publishing-Plattformen wie Amazon KDP brauchst du keinen Literaturagenten mehr. Es kostet keinen Cent ein Buch über KDP zum Verkauf anzubieten. Das Budget für Lektorat und Covergestaltung solltest du zwar einplanen, aber auch hierfür gibt es kostengünstige Lösungen.

Und nein, Selfpublishing ist schon lange nicht mehr die Müllhalde des Literaturbetriebs, auf der all diejenigen ihre Ergüsse abladen, die bei traditionellen Verlagen kein Gehör fanden. US-Unternehmer James Altucher hat zum Beispiel sein Buch „Choose Yourself“ über Selfpublishing veröffentlicht und es über 1 Million Mal verkauft. Und es gab da diese kleine Buchserie „Shades of Grey“, die zum Welterfolg wurde. Für viele Autoren ist Selfpublishing sogar ein Sprungbrett zum Verlagsvertrag: Die Krimiautoren Jonas Winner und Nele Neuhaus haben mit Selfpublishing angefangen und werden heute bei Ullstein, Droemer-Knaur und Ullstein verlegt.

Wer unbedingt mit einem traditionellen Verlag veröffentlichen will, verbessert seine Erfolgsaussichten übrigens nicht, wenn er sich mit einem halbfertigen Buch in der Schublade zurücklehnt und über die geringen Chancen lamentiert, sondern Schritt für Schritt das tut, was andere Autoren früher auch getan haben: Kontakte zu Literaturagenten aufnehmen, Manuskripten einsenden – und weiterschreiben.

Eine andere Strategie: Lass dich von Verlagen finden. Immer häufiger fragen sie aktiv bei erfolgreichen Online-Unternehmern, Bloggern und Influencern nach, ob sie nicht ein Buch schreiben wollen. Also, nimm doch etwas Druck raus, fang an, einen Blog zu schreiben oder eine Online-Community aufzubauen. Womöglich hast du dann in einem oder zwei Jahren eine Mail von deinem Traumverlag im Postfach.

Glaubenssätze überwinden – eigentlich ganz einfach

Jeder Mensch hat negative Glaubenssätze verinnerlicht. Da wir unsere Denkmuster ständig und selbstverständlich benutzen, sind sie uns in der Regel nicht bewusst. Wenn du mit deinen Buchplänen aber immer wieder an eine Glasdecke stößt, solltest du dir die Zeit nehmen, um herauszufinden, welche negative Überzeugungen auf Autopilot in deinem Unbewussten ablaufen, die dich vom Schreiben oder Veröffentlichen abhalten.

Der wichtigste Schritt, um negative Glaubenssätze loszuwerden, ist, sie zu erkennen. Und das Erkennen ist keine Wissenschaft, sondern Gefühlssache. Beim Durchlesen des Artikels hast du wahrscheinlich intuitiv gewusst, welcher Satz auf dich zutrifft. Es kann auch helfen, einige Zeit Morgenseiten zu schreiben, um wieder mehr mit der eigenen Innenwelt in Kontakt zu kommen.

Wenn du deine blockierende Überzeugung gefunden hast, such nach Beweisen, dass diese Überzeugung nicht stimmt. Für die 5 Glaubenssätze aus diesem Artikel hast du bereits einige Argumente bekommen, warum sie nicht unumstößlich sind. Versuch jeden Tag einen Beweis zu finden, warum deine negative Überzeugung falsch ist und es auch anders sein kann.

Ist der Zweifel dann gesät, kannst du dein Gehirn – da es negative als auch positive Glaubenssätze verinnerlicht – mit neuen hilfreichen Überzeugungen füttern. Hast du einen negativen Glaubenssatz erkannt, formuliere eine positive Alternative als Affirmation.

  • Aus „Ich bin kein guter Autor“ könnte werden: „Ich werde mit jeder Seite, die ich schreibe, ein besserer Autor“. 
  • Aus „Ich habe keine Zeit“ wird vielleicht: „Ich schaffe es mir Zeit zu nehmen für das, was mir wichtig ist.“

Notiere deine positive Affirmation auf einem Stück Papier und platziere sie in deiner Wohnung, sodass du sie mehrfach am Tag siehst. Auf diese Weise programmierst du dein Unbewusstes um, bis du dich irgendwann wunderst, warum du dich mit dem Schreiben früher so schwergetan hast.

3 Gedanken zu „5 negative Glaubenssätze, die deinen Erfolg als Autor sabotieren“

  1. Immer wieder motivierende, die Erinnerung, dass man nicht wirklich „nicht gut genug“ ist sondern einfach die Gedanken im Weg stehen. Danke! 🙂

  2. Prima Artikel. Ich glaube, gerade vor dem Beginn eines neuen Projektes tauchen die genannten Glaubenssätze als negative innere Stimme immer wieder auf. Sie benennen zu könnensit ja schon ein erster Schritt sie aus dem Kopf zu bekommen. Danke dafür!

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