Du kennst das: Gerade hast du noch an jemanden gedacht – und schon ruft er an? Ja, das können wir alle. Und wenn es uns passiert, fühlt es sich sehr gut an. Ja, diese Intuition können! Hier einige Grundlagen und die passenden Übungen, um es zu erlernen. 

Wie geht es weiter? Ohne Intuition wüssten wir oft nicht weiter.

Wie geht es weiter? Ohne Intuition wüssten wir oft nicht weiter. Photo by Hernan Sanchez on Unsplash

Was ist Intuition?

Die Fähigkeit, ohne bewussten Einsatz des Verstandes beliebige Sachverhalte, Zusammenhänge oder Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, nennt man „Intuition“. Ähnliche Begriffe sind „Bauchgefühl“, „Geistesblitz“, „Instinkt“ oder gar „Weisheit“ – natürlich werden diese Begriffe jeweils etwas anders verwendet. Wer von Intuition spricht, meint damit die Wahrnehmung von Einsichten, die aus dem Unbewussten geschöpft werden. Und auch die Wissenschaft kennt diesen Begriff. Wenn sie es auch etwas profaner erklärt. Der US-Intuitionsforscher Milton Fisher sagt: „Der Verstand, den Menschen einsetzen, um vermeintlich kluge Entscheidungen zu treffen, ist begrenzt und macht nur einen kleinen Teil unseres tatsächlichen Wissens aus. Dennoch handelt es sich, wenn wir eine Intuition haben, um den Abruf von Informationen, die wir irgendwann über unsere fünf Sinne wahrgenommen und gespeichert haben.“

Wissenschaftliche Intution

So weit so formal. Unstrittig ist, dass es diese Intuition gibt und dass sie nicht aus dem „Nichts“ kommt. Woher sie genau kommt, darüber gibt es allerdings keine Einigkeit. Die Wissenschaftler sagen (s.o.), dass solche „Eingebungen“ nur kommen, wenn wir schon viel zum Thema wissen – und am Ende unser Gehirn diese Entscheidung sozusagen „schätzt“. In diesem Fall kommt die Intuition von „Wissen“. Ein Taxifahrer etwa, der jeden Bordstein seiner Stadt kennt, fährt intuitiv und entspannt den schnellsten Weg, wenn eine neue Baustelle vor ihm auftaucht. Er muss dann nicht lange darüber nachdenken. Und ein erfahrener Personalchef erkennt schnell und treffsicher den Dampfplauderer unter den Bewerbern. Vielleicht weiß er gar nicht, woran er ihn erkennt – aber er kann seine teilweise unbewusste Erfahrung in Entscheidungen übersetzen. Dazu braucht er keine göttliche Eingebung.

Wer das so sieht, darf sich merken: Lerne, erlebe und erfahre viel. Lasse dann los und erlaube deinem vielwisssenden Unterbewusstsein schnell und spontan eine ordentlich „geschätzte“ Entscheidung zu treffen.

Spirituelle Intuition

Falls du eher ein spiritueller Mensch bist, wirst du den Zugang zu deinen Impulsen eher als Botschaft einer einer allwissenden Quelle sehen. Vielleicht sind Erfahrungen auch wichtig – aber du kalkulierst bei der Intuition auf den Zugriff eines Universal-Wissen und trainierst dessen Eingebung.

Das mag arg esoterisch klingen. Aber ich frage dich dann: War es wirklich Zufall, dass die Person angerufen hat, kurz nachdem du an sie gedacht hast? Und, nun ja, es gibt Experimente, bei denen genau so ein Wissen überzufällig häufig beobachtet werden konnte. War das dann Wissen oder spirituelle Erfahrung? Vielleicht ist also an dieser „spirituellen Intuition“ etwas dran. Ich will das nicht ausschließen – auch, wenn es mir selbst schwer fällt, fest daran zu glauben.

Wie auch immer: Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung. Du entscheidest selbst, was zu dir passt. Für das Erlernen von Intuition ist das jedenfalls nicht wichtig.

Kann man Intuition lernen?

Ja, man kann. Egal, welcher Sichtweise du anhängst: Es sind immer zwei Schritte, die geübt werden müssen:

Erstens muss eine Grundlage geschaffen werden, auf der Intuition „geschehen“ kann. Die einen sammeln Erfahrung und Detailwissen, die anderen arbeiten am Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten. Beides ist hilfreich!

Und zweitens muss der – meist leise geflüsterte – „Vorschlag“ unseres Unbewussten gehört und ergriffen werden. Das ist ungleich schwieriger. Denn während wir bewusst nach einer Entscheidung suchen, wird unser Unbewusstes von allen möglichen Gedanken, Gefühlen und Erwartungen „verdeckt“. Erst wenn wir uns auf unsere ganz stillen Empfindungen konzentrieren, hören wir erst ein leises Rauschen und darin schließlich ein zartes aber wissendes Gefühl.

Und genau das können wir trainieren.

Es geht darum, die innere Stimme zu hören

Hier nun eine kleine Übung zur Wahrnehmung:

Schließe die Augen. Entspanne dich. Denke ein wenig über die letzte Situation nach, in der du Intuition „gefühlt“ hast. Du weißt schon: Jemand ruft an, du weißt es vorher. Oder du triffst jemanden, der sich als unglaubliches Arschloch heraus stellt, und du hattest von Anfang an ein komisches Gefühl. Halte diese Situation eine Weile fest und frage dich dann, ob das wirklich Intuition oder vielleicht doch eher Zufall war. War das wirklich eine „Eingebung“ oder hätte man das doch nicht mit klarem Verstand schon vorher erkennen können? Bewerte diese Situation und vielleicht noch eine zweite, ähnliche Situation unter dem grellen Licht der Logik. 

Und? Ich nehme an, du bist dir nun völlig unsicher, ob du überhaupt noch weiter lesen sollst. Du wirst denken, dass das doch alles Quatsch ist. Alleine meine Formulierungen haben einen Zweifel in dir gesät – und dieser verhindert das Vertrauen zu deinem Unterbewussten.

Also, erster Schritt: Vertraue deiner Intuition. Sie ist da, und das weißt du.  

Und, falls ich dich nun nicht verloren habe, können wir weitermachen. Das ist etwas, mit dem du arbeiten kannst.

Die Übungen

1. Zur Ruhe kommen & Selbstwahrnehmung schulen

Zur Vorbereitung und Grundlage ist es zunächst wichtig, die Achtsamkeit zu schulen. Das ist schnell erklärt: Nur wenn du genauer in dich hinein lauschen lernst, wirst du die zarte Stimme der Intuition hören. Vielleicht ist es allerdings keine Stimme. Manche sehen eher Bilder, andere bauen ihre innere Welt aus Beziehungen oder noch ganz anderen Prinzipien auf. Welche „Sprache“ dein Bauch auch immer spricht: Nur, wenn du gelernt hast, genau darauf zu achten, wirst du seine Botschaften verstehen.

Das Angebot zum Erlernen von Achtsamkeit ist so groß, dass ich dir hier keine umfangreichen Empfehlungen geben will. Aber ich will dir eine einfache Übung zeigen, mit der du mindestens die Grundlagen spüren wirst – und möglicherweise reicht das schon. Lies dir den Text dafür ein oder zwei mal durch und mache sie dann. Vermutlich brauchst du für all das nicht mehr als zehn Minuten:

Check-In: eine kleine Achtsamkeits-Einführung

Setze dich aufrecht aber bequem hin (wenn du das ein paar mal gemacht hast, kannst du es auch im Stehen oder Liegen machen können), entspanne ein wenig und schließe die Augen. Spüre den Stuhl dort, wo du auf ihm sitzt, und die Füße, wo sie auf dem Boden stehen. Wenn du möchtest, kannst du jederzeit deine Haltung ändern – aber du kannst auch alles so lassen, wie es ist. Atme nun bewusst.

Beobachte nun den Atem, wie er an der Nasenspitze kommt, durch die Luftröhre strömt und die Lungen füllt. Dabei hebt sich vermutlich dein Brustkorb und der Bauch. Dann beobachte ihn, wie er wieder hinaus strömt. Bleibe ein paar Atemzüge bei dieser Beobachtung.

Nun mache einen Kurz-Check durch deinen Körper: Zwickt etwas? Hast du irgendwo Schmerzen? Bist du verkrampft? Ist dir kalt? Oder an manchen Stellen warm? Kalt? Nimm diese Empfindungen nur wahr. Du musst nichts ändern. Nur beobachten. Lasse dir dafür ein wenig Zeit.

Dann wende dich deinen Gefühlen zu: Was geht gerade ab? Bist du ungeduldig? Oder entspannt? Gibt es eine Angst oder eine Wut, die dich gerade „zwickt“? Wo genau? Und wie fühlt sich das an? Versuche, nicht über die Gründe nachzudenken und versuche schon gar nicht, das Gefühl beiseite zu schieben. Fühle es einfach nur. Beobachte, was es mit dir macht und was du mit ihm machst, während du es beobachtest. Nimm dir auch dafür ein wenig Zeit. Vielleicht so lange, bis es dir langweilig wird.

Dann nimm dich kurz als gesamten Körper wahr, fokussiere auf deinen Atem und schließlich wieder auf Stellen, an denen deine Füße und die Sitzhöcker den Boden und den Stuhl berühren. Öffne langsam die Augen und atme noch ein oder zwei mal tief ein und aus. Fertig.

Im Ernst: Mehr brauchst du zunächst nicht zu tun. Wenn du diese Übung eine Weile so täglich wie möglich machst, wird sich deine Achtsamkeit entwickeln. Vielleicht wirst du dann Lust auf mehr oder kompliziertere Achtsamkeits-Trainings haben. Die wirst du dann ganz schnell finden. Versprochen!

2. Intuitives (automatisches) Schreiben

Wer schon einmal hier war, wird wissen, dass ich ein großer Fan des „Automatischen Schreibens“ bin. Das ist so eine Art natürliches Breitbandantibiotikum für viele Fragen des seelischen Gleichgewichts. Und, ja, natürlich ist das auch zur Schulung von Intuition ein großartiger Weg. Denn:

  1. Der vereinfachte und standardisierte Schreibvorgang synchronisiert die Gehirnaktivitäten und lässt dich in einen achtsamen Zustand gleiten.
  2. Die (nach ein wenig Training) geschriebenen Inhalte stammen nicht mehr nur aus den bewussten Denkvorgängen sondern auch aus dem Unbewussten.

Das sind genau die Elemente, die wir für die Intuition benötigen. Und das Automatische Schreiben kann sogar noch mehr: Wenn du dich darauf einlässt, wirst du in einen Dialog mit dir selbst kommen. Dann wirst du dir beim Schreiben vielleicht auch Fragen stellen („Was soll ich denn jetzt davon denken?“) und diese gleich beantworten. Ich bin mir sicher, es wird dich verblüffen, wie ernst du in diesen Dialogen hin und wieder über deine Intuition „sprechen“ wirst. Das ist sehr nützlich. Denn dadurch kannst du erfahren, wie sie sich anfühlt, in welchen Situationen sie dich unterstützt und wo (noch) nicht. Alles Punkte, die dir beim weiteren Lernen helfen werden.

3. Gefühle zulassen und ehrlich beobachten

Bei all dem ist es natürlich sehr, sehr wichtig, das „zarte“ Gefühl der Intuition überhaupt kennen zu lernen um es im richtigen Moment zu erkennen. Das ist für uns Menschen verdammt schwer. Aber gehen wir es an. Es gibt zwei Situationen, in denen es hilfreich ist, Gefühle zu spüren: Wenn sie uns erstens überschwemmen und wenn wir sie gar nicht bemerken, weil wir gerade nach außen fokussiert sind. Deshalb:

  1. Erinnere dich an mehreren Tagen jeweils mindestens drei mal (zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause und beim Unterhaltungsprogramm am Abend) an diese Übung und checke kurz deinen Gefühls-Status. Das muss nicht so umfangreich sein, wie bei der Meditation oben. Es reicht, wenn du kurz fühlst, was du gerade eigentlich fühlst. Im besten Fall notierst du dir das Ergebnis in Stichwörtern: Welche Gefühle? Wo und wie fühlst du sie? (In aller Regel fühlen wir meist nicht nur EIN Gefühl wie zum Beispiel Wut oder Hektik sondern finden darunter noch andere wie etwa Angst oder Gier. Deshalb hier die Mehrzahl.)
  2. In möglichst vielen Situationen, in denen Gefühle aufwallen, beobachte währenddessen oder kurz danach, was genau abgeht. Beginne mit dem Erkennen des Gefühls, checke den Teil im Körper in dem es zu fühlen ist und seziere es so gut wie möglich. Am besten notierst du das natürlich auch wieder. Bei dir wallen keine Gefühle auf? Was ist mit dem Autofahrer, der dir die Vorfahrt nimmt? Was empfindest du, wenn dein Kind den ersten Schritt tut oder eine 6 in Mathe nach Hause bringt? Wie fühlst du dich vor dem Gespräch mit dem Chef oder vor deinem Vortrag vor Kollegen? Wie fühlt sich ein Kuss oder eine Umarmung von einem geliebten Menschen an? Alles sehr gute Möglichkeiten, diese Studien zu betreiben.

4. Finde die heimlichen Gefühle

Mal ganz ehrlich: Ob wir nun besonders gefühlsbetont sind oder nicht – einige Gefühle möchten wir am liebsten gar nicht wahrhaben. Ich zähle mal einige auf:

  • Eifersucht: Wer eifersüchtig ist, ordnet sich ja jemandem unter – und hat schon verloren. Etwas, was wir einfach nicht wahrhaben wollen. Hast du schon mal gesagt „ja, darauf bin ich eifersüchtig“?
  • Gier: Auch das klingt nach Schwäche. Na gut, bei Schokolade geben wir es zu. Aber Gier auf Alkohol oder auf mehr Macht? Wer würde das vor sich oder gar vor anderen zugeben?
  • Verzweiflung: Das ist ein langsames aber dann sehr mächtiges Gefühl. Wir sind ratlos, brauchen Hilfe und glauben auch an diese nicht mehr. Das darf es scheinbar heute doch nicht mehr geben.
  • Einsamkeit: Diese erkennen wir auch nur bei anderen – niemals an uns. Denn es gibt ja genug Ablenkung und Soziale Medien und so. Wenn wir einsam sind, dann versteckt sich das wohl eher hinter Wut oder Angst.
  • Erhoben sein: So etwas wie „Arroganz“. Auch das erkennen wir nur an anderen. Vermutlich sitzt dieses „Erhoben sein“ auf einer Art von Einsamkeit und damit auf Wut oder Angst.
  • Scham: Naja, das liegt in der Natur dieses Gefühls. Wir schämen uns, Scham zu verspüren. Auch über all die anderen hier genannten Affekte würden wir uns schämen – wenn wir sie uns gestatten würden.

Du merkst den Unterschied? Dass wir auf jemanden wütend sind, erzählen wir meist sehr freizügig (wenn ER nicht da ist). Und auch über Angst haben wir gelernt zu reden.

Doch nun zur Praxis:

Wann und worauf bist du eifersüchtig? Über wen fühlst du dich erhoben? Worüber schämst du dich? Und so weiter. Gestatte dir in guten Momenten (weil dich das in ohnehin schlechten Momenten wirklich anpissen würde) einen Blick auf deine miesen Gefühle. Sei ehrlich: Worauf bist du wirklich gierig? Und woran könntest du momentan verzweifeln?

Und wieder: Wie fühlt sich das genau an? Wo zeigt es sich wie im Körper?

5. Augen und Ohren auf: die Interpretationsfähigkeit schulen

Nach der etwas düsteren Sache eben, hier etwas für die reine Wahrnehmung und die Interpretationsfähigkeit. Also Fähigkeiten, die wir sofort jederzeit brauchen und einsetzen können. Intuition hin oder her.

Die Augen-Auf-Übung: 

Registriere eine Weile alles, was du sonst nicht sehen würdest. Sei jeden Moment sehr wach, achte auf Details und bilanziere Zusammenhänge:

  • Wie sind die Menschen auf der Straße angezogen?
  • Worüber unterhalten sich die zwei Personen in der U-Bahn?
  • Welche Sprechpausen machen sie? Wie reden sie?
  • Wie voll sind die Geschäfte, an denen du vorbei läufst?
  • Wie reagieren die Kollegen, wenn du in den Raum kommst?
  • Was wird bei der Arbeit gesprochen?
  • Über was redest du mit wem heute?
  • Wie häufig nimmst du dein Handy zur Hand? Was tust du dann damit?

Das kann ganz schön anstrengend sein. Deshalb schlage ich dir vor, das vielleicht ab und zu an einem Vormittag oder an einem Nachmittag oder Abend zu trainieren. Vielleicht auch mal nur eine Stunde. Aber bitte bedenke: Training darf auch mal anstrengend sein. Wenn du auf einen Marathon trainierst, ist das auch mit Mühen verbunden…

6. “Spontane Menschenkenntnis“

Eine lustige Übung, die Spaß macht und niemals schief gehen kann.

Während du durch die Stadt läufst, schaue spontan eine Person, die dir entgegen kommt, ganz kurz an und beantworte folgende Fragen:

  1. Was empfinde ich an dieser Person am auffälligsten?
  2. Was ist die Geschichte hinter diesem Merkmal?
  3. Wohin geht diese Person?

Wenn dir also eine gut gekleidete, ältere Dame mit Turnschuhen entgegen kommt, wird dir vielleicht der Gedanke in den Kopf kommen, dass sie Schmerzen an den Füßen hat und zum Orthopäde geht. Ein Manager mit einem Aktenkoffer aus Schlangenleder wird diesen vielleicht von seiner Frau geschenkt bekommen haben – und gerade auf dem Weg zu seiner Freundin sein.

Du merkst: Deine „Stories“ müssen nicht naheliegend sein. Und du musst dich auch nicht an der grauen Realität orientieren. Lass dir einfach was einfallen.

Und denke nicht einmal daran, irgendwas davon zu überprüfen. Das ist in diesem Fall völlig unnötig. Es geht nur darum, die Grenzen deiner Gedanken etwas auszuweiten.

7. Begib dich in gefährliche Situationen

Wenn du schon etwas Vertrauen in dich und deine Intuition entwickelt hast, kommt hier das ultimative Training:

Begib dich unvorbereitet in gefährliche Situationen und beobachte, wie gut du sie bewältigst.

Einige Beispiele:

  • Wenn du merkst, dass eine Besprechung mal wieder in der Bedeutungslosigkeit versinkt, ergreife das Wort und beginne mit dem Satz „So können wir nicht weiter machen. Ich bitte euch…“ und hoffe dann auf gute Einfälle.
  • Wenn dich eine Person freundlich (oder unfreundlich) anschaut, trete zu ihr und beginne ein Gespräch – worüber auch immer.

Du merkst, was ich meine? Das sind die Situationen, die wir versuchen zu vermeiden damit wir uns jederzeit sicher fühlen. Aber eigentlich können wir sie bewältigen. Doch dazu brauchen wir ein gutes Gespür, ein Bauchgefühl – die Intuition. Und wenn wir uns freiwillig in eine solche Situation begeben, werden wir merken, dass wir sie überstehen – und noch mehr Vertrauen zu uns entwickeln. Voilà.

8. Die direkte Schulung

Tja, und dann kannst du natürlich die Intuition direkt trainieren. Eigentlich immer und überall:

  • Wirf eine Münze und rate vorher, ob sie mit Kopf oder Zahl landen wird.
  • Wenn das Telefon klingelt – rate erst, wer dran sein könnte: Wenn dich jemand sprechen will (natürlich auch an der Tür oder sonstwo) dann schaue nicht sofort auf das Display sondern halte einen kleinen Moment ein und rate, wer es sein könnte.
  • Wann fährt die nächste U-Bahn? Ist die Ampel an der Kreuzung da vorne rot oder grün? Wird die Person, die ich anrufen will, rangehen oder nicht? Stelle dir im Laufe des Tages immer wieder solche Fragen, beantworte sie (aus dem Bauch heraus) und merke dir deine Erfolgsquote.
  • Apps und Spiele: Schau mal in die App-Stores oder in den Spielehandel. Es gibt einige technische (und manchmal auch sehr unterhaltsame) Produkte zum Thema „Intution schulen“. 

Das alles soll dir natürlich zeigen, dass du schon über Intuition verfügst. Und diese auch trainieren. Außerdem kannst du damit vielleicht auch schon etwas spüren, wie sie sich „anfühlt“ – damit du in Zukunft mehr auf dieses leise Gefühl hören kannst.

Der sichere Weg: schlaf drüber

Keine Schulung der Intuition im engeren Sinne ist diese Empfehlung: Wenn du etwas Wichtiges zu entscheiden hast, schlaf drüber!

Was wie ein altes Sprichwort klingt, hat ganz klar biologische Hintergründe: Der Schlaf ist zwar noch nicht endgültig erforscht aber einiges steht unter Psychologen mittlerweile fest. Darunter die Tatsache, dass unser Gehirn in der Nacht sozusagen „ausgemistet“ wird. Die Erlebnisse des Tages werden mittels eines so genannten „Mustervergleichs“ in schon bestehende Muster einsortiert oder als unwichtig aussortiert. In jedem Fall schlafen wir unfertig mit dem tagsüber Erlebtem ein und haben dies am Morgen (falls wir genug geschlafen haben) in unser Wach-Bewusstsein einsortiert. Da ist es ja nur logisch, dass am nächsten Morgen so mancher Streit oder Deal ganz anders aussieht als am Abend davor.

Und weil das so ist, kann unser Schlaf zu einer institutionalisierten Intuition werden. Denn erst wenn wir träumen ist unser Wachbewusstsein wirklich mal still und lässt das so viel klügere Unbewusste die passendere Entscheidung treffen.

Also, streng genommen, ist dies gar keine Übung sondern ein Praxistipp: Dank unseres Gehirns kann jeder von uns über Nacht intuitiv sein. Und das sogar im Schlaf.

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