Listen-Übung: Die zehn wichtigsten … in deinem Leben

Eine wundervolle, aufdeckende und unterhaltsame Übung: Bastle dir deine eigene Version von „Die zehn wichtigsten Erlebnisse meines Lebens“.

Vielleicht auch: Die zehn schönsten Fotos meines Lebens?

Vielleicht auch: Die zehn schönsten Fotos meines Lebens? (Photo by Roman Kraft on Unsplash)

Der Künstler Mats Staub aus Schweiz nennt sich selbst „Reisender in Sachen Erinnerung“ und hat mit dem Projekt „Die zehn wichtigsten Erlebnisse meines Lebens“ ein Langzeitprojekt von schreib-monumentalem Ausmaß geschaffen: 3.000 Menschen haben ihre Erinnerungen mittlerweile auf seiner Webseite hinterlassen. Und auch das dazu veröffentlichte Buch ist ein sehr lesenswertes Dokument.

Darin haben Menschen wie du und ich, also Rebekka, Manfred, Christine und viele andere ihre wichtigsten Ereignisse kurz und unkommentiert aufgeschrieben, chronologisch sortiert und unter ihrem Vornamen (also anonym) veröffentlicht. Nach fünf Jahren, schlägt Staub vor, können sie überlegen, ob neue wichtigste Erlebnisse hinzu kommen – und welche dafür wegfallen. Er, als der große „Erinnerer“ weiß vermutlich um den psychologischen Segen eines solchen Vorgehens.

Großartig daran ist diese leicht distanzierte Art im Umgang mit, hey, den wichtigsten Dingen, die uns passiert sind. Lest mal in die Aufzeichnungen ein und versuche erst gar nicht, diesem Sog zu entziehen.

"September 1989: Mein Selbstmordversuch scheitert und ich entdecke meine Kreativität." Welche Wucht! Wie geht es weiter? Gerade die Distanziertheit entwickelt einen Sog.

„September 1989: Mein Selbstmordversuch scheitert und ich entdecke meine Kreativität.“ Welche Wucht! Wie geht es weiter? Gerade die Distanziertheit entwickelt einen Sog.

Die 10-wichtigste-Ideen für dich

Natürlich kannst du dich sofort bei diesem Projekt anschließen und alles so machen, wie es Mats Staub empfiehlt. Das wird sicher gut für dich sein. Doch man kann das noch ein wenig konkreter und gezielter gestalten. Schreibe eine (oder mehrere) dieser Listen:

  • Deine zehn größten beruflichen Erfolge
  • Deine zehn entscheidensten persönlichen Bekanntschaften
  • Deine zehn gefühlvollsten Momente
  • Deine zehn wichtigsten Menschen
  • Deine zehn quälensten Ängste
  • Deine zehn angenehmsten Fluchten

Sei selbst kreativ und denke dir solche Listenüberschriften aus. Und schreibe. Am besten so:

  1. Beginne mit dem aktuellen Datum.
  2. Schreibe alle …siehe oben… auf, die dir einfallen.
  3. Sortiere alle bis auf zehn davon aus.
  4. Notiere dir jeweils das Jahr und den Monat (oder wie genau du das sagen kannst).
  5. Bringe die Punkte in eine chronologische Reihenfolge und beschreibe, was war. In Stichpunkten! Ohne viel Tammtamm.
  6. Bewahre diese Listen auf
  7. Ziehe sie nach einem Jahr wieder raus und aktualisiere sie. Es sollten am Ende wieder „Deine zehn …“ sein.

Tu dir den Gefallen und schreibe das auf Papier. Vielleicht in ein hübsches Heft oder auf Notizblätter, die du wegschließen kannst. So blöd das auch klingt: Aber auf echtes Papier geschriebene Wörter sind unserem Gehirn wichtiger als digitale.

Viel Spaß damit!

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