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Mit dem Erfolgsjournal durchstarten

Du hast das Gefühl, auf der Stelle zu treten? Hast wieder dein gesetztes Ziel nicht erreicht – oder gar vergessen, worum es dabei ging? Dann wird ein Erfolgsjournal, auch Erfolgstagebuch genannt, dein Freund: Das ist eine gehirngerechte Routine, die dir zeigt, wo du stehst und wie deine Visionen wahr werden.

Ziel erreicht. Was nun? 🙂 (Foto von David Gavi auf Unsplash)

Der Erfolgscoach unter den Journalen

Unter den vielen Journaling-Methoden ist das Erfolgsjournal der Erfolgscoach: Mit dieser Schreibroutine managt du die Unwägbarkeiten bis hin zu deinem Ziel, deiner Vision. Mit wenigen Minuten täglicher Arbeit in diesem Tagebuch fokussierst du dein Unterbewusstsein auf das, was getan werden muss. Und du programmierst dein Selbstbewusstsein auf „Erfolg“. Ohne bewusstseinsverändernde Drogen oder blödsinnigem „Positive Thinking„.

Deshalb funktioniert das Erfolgsjournal:

  • In der Vorbereitungsphase visualisierst und operationalisierst du deine Wünsche und Träume in umsetzbare Ziele und Visionen.
  • Während der täglichen Arbeit rufst du diese Visionen zurück ins Gedächtnis und gibst deinem Unterbewusstsein die Möglichkeit, die richtigen Wege einzuschlagen.
  • Durch die ständige Wiederholung der Ziele wirst du sie der veränderten Realität anpassen. Sie sind also nicht starr, sondern realistisch.
  • Mit einem Gewohnheitstracker und dem Aufschreiben der Erfolge erkennst du auch bei weit in der Zukunft liegenden Visionen, was du schon geschafft hast.
  • Durch die regelmäßigen Reviews (z.B. wöchentlich oder monatlich) entwickelst du Vertrauen in den Weg und kannst dich besser regulieren.

Für welche Ziele eignet sich ein Erfolgsjournal?

Es ist natürlich möglich, ein einziges Projekt mit einem Erfolgsjournal zu begleiten. Allerdings eignet sich für so ein Buchprojekt oder eine Doktorarbeit eher ein Kanban-Board als ein Journal. Denn meist wird an solchen Projekten nicht zwingend täglich gearbeitet – und damit geht dann die Motivation für die notwendige Regelmäßigkeit verloren.

Andererseits: Wenn du ohnehin Lust hast, ein Journal zu führen könntest du zum Beispiel mit einem Bullet-Journal starten und darin einen Bereich für die „Zielführung“ deines Projektes eröffnen. Dann hast du beides in einem Heft.

Falls du allgemein auf der Stelle trittst oder ausdrücklich gewünschte Veränderungen nicht in Schwung kommen, ist ein Erfolgsjournal fast immer richtig. Das können berufliche oder auch private Veränderungen sind, die du vor Augen hast.

Übrigens, ein wichtiger Aspekt: Ein Erfolgsjournal ist dann besonders effektiv, wenn du die Veränderungen vor deinen Augen sehen kannst. Ein diffuses „alles müsste irgendwie besser werden“ oder lediglich der Wunsch, einen bestehenden Job zu kündigen, wird durch ein Erfolgsjournal nicht unbedingt besser. Dafür gibt es andere Mittel – die allerdings eher im Rahmen eines Coachings oder gar einer Therapie funktionieren.

Eine Möglichkeit, deine Ziele kurz und knapp zu definieren, beschreibe ich weiter unten. Es gibt aber zahlreiche ausführlichere und vielleicht auch für dich passendere Möglichkeiten, Ziele zu finden und zu visualisieren. Und trotzdem: Du kannst es ja mit dem Sweetspot (siehe unten) versuchen

Wie ein Erfolgsjournal erstellt wird

Da der Begriff „Erfolgsjournal“ nicht überall gleich definiert wird oder gar geschützt ist, werde ich hier die Methode beschreiben, die mir hilfreich erscheint. Es gilt aber hier: Mach daraus dein eigenes Schreib-Projekt! Baue es so in deinen Tag ein, wie es passt. Nutze die Elemente, die dir nahe sind und verändere, was dich quält.

Vorbereitung: Ziele definieren und visualisieren

Was möchtest du erreichen? Worin willst du erfolgreicher sein? Obacht: Es geht NICHT darum, was andere von dir erwarten oder was du dir vor zehn Jahren als Karriere vorgenommen hast. Also: Wohin willst du wirklich?

1. Der Sweetspot

sweetspot für kreative
Achte auf die Schnittmengen: Das was du gut kannst, gerne tust und was die Welt braucht, lohnt sich am meisten…

Wirf einen Blick auf das Bild rechts:

  • Es gibt Dinge, die du gerne machst;
  • es gibt Dinge, die du gut machst;
  • es gibt Dinge, die die Welt braucht.

Und in der Schnittmenge von all dem findest du den Sweespot, also die Dinge, die du kannst, die du gerne tust und die benötigt werden.

Warum spielt es eine Rolle, was die Welt benötigt? Weil wir soziale Wesen sind. Und ohne Sinn oder ohne Zuspruch von anderen, wird uns weniger glücklich machen als etwas, das anderen hilft. Abgesehen davon, kann man damit dann sogar eher Geld verdienen.

Was du also zur als Vorbereitung für dein Erfolgsjournal also tun kannst: Schreibe dir (über einige Tage hinweg) lange Listen für diese drei Bereiche. Und prüfe am Ende, welche der Tätigkeiten in mehr als einer Liste stehen. Ich bin sehr sicher, dass bei dieser Arbeit Dinge auftauchen, die du unbedingt erreichen möchtest.

2. Die wichtigsten Entwicklungsmöglichkeiten

Eine andere Technik an deine Entwicklungsmöglichkeiten zu kommen ist die Differenzierung der acht Lebensbereiche: Familie, Freunde, Erholung, Gesundheit, Beruf, Finanzen, Entwicklung und Wohnung. Falls du möchtest, kannst du weitere hinzunehmen: Spiritualität, Liebe, Abenteuer, Unterstützung anderer.

Natürlich: Wir können uns nicht in allen Bereichen top fühlen. Genau deshalb können wir damit so gut arbeiten.

die 8 lebensbereiche

Also nimm wieder ein Blatt Papier und male vier Striche wie auf dem Bild rechts. Schreibe an die Achsen die acht Lebensbereiche. Und nun – sei ehrlich – überlege, wie zufrieden du in jedem Bereich bist. Das sind die Linien, die vom Mittelpunkt ausgehen. Zeichne dann ein, wie zufrieden du sein möchtest; das sind die Punkte weiter außen. Du erkennst dann schnell, in welchem Lebensbereich du Entwicklungsbedarf hast. Bei dem Bild rechts wären das: Freunde, Gesundheit, Beruf und Entwicklung.

Im letzten Schritt lässt du deinen Gedanken freien Lauf, wie du das hinbekommst. Wenn du (wie in dem Beispiel) Potential bei Beruf, Freunde und Entwicklung erkennst, ist vermutlich eine Weiterbildung eine gute Idee.

Also: Welchen Job willst du in Zukunft machen? Nachholbedarf bei Freunde und Gesundheit zu erkennen, könnte zu mehr Sport mit anderen Menschen führen. Vielleicht klappt es dann auch besser mit den Freundschaften? Oder wie wäre es, sich selbst vorzunehmen, pro Woche einen guten, alten Freund anzurufen? Oder den nächsten Geburtstag mit möglichst vielen Menschen feiern? Du wirst schon selbst gute Ideen entwickeln.

Und dann die konkreten Ziele visualisieren

Egal, welche Technik du anwendest: Nun weißt du, in welche Richtung(en) du gehen möchtest. Visualisiere jetzt, wo du in drei Jahren stehen möchtest. Das könnte so einfach gesagt, so lauten:

  • „In drei Jahren arbeite ich als Teamleitung bei einer Agentur oder bei einer starken Marke.“
  • „In drei Jahren sind meine Kinder so selbstständig, dass ich wieder mit meinem Mann vier Wochen nach Asien reisen kann.“
  • „In drei Jahren möchte ich mein erstes Buch geschrieben haben und einen erfolgreichen Blog zu dem Thema betreiben. Das nächste Buch habe ich dann schon in Planung.“
  • „In drei Jahren will ich den Marathon in Berlin mitlaufen.“
  • „In drei Jahren wohne ich mit meiner Familie in einem eigenen Haus.“
  • „In drei Jahren verdiene ich den Großteil meines Geldes als Freiberufler.“
  • und so weiter.

Wie gesagt: Natürlich darfst du mehrere solcher Ziele formulieren. Wichtig ist, dass es in deinem Inneren kribbelt, wenn du es dir vorstellt. Und genau das solltest du auch tun: dein zukünftiges „ICH“ visualisieren. In allen Farben und mit Geräuschen 🙂

Die Ziele in kleine Strecken unterteilen

Zurück zum Erfolgsjournal: Drei Jahre sind deshalb eine perfekte Zeit, weil du in dieser langen Zeit sehr viel schaffen kannst. Allerdings musst du das „operationalisieren“, also in erreichbare Schritte umformulieren. Und das geht – grob gesagt – so:

  1. Überlege, was notwendig sein wird, um das Ziel zu erreichen.
  2. Zerlege das in die nächsten drei Jahre. Also, was muss du in Jahr eins dafür tun? Was in Jahr zwei? Was in Jahr drei?
  3. Verteile das, was im ersten Jahr zu tun ist, auf die nächsten zwölf Monate.

Siehst du es? Das ist machbar. Vielleicht musst du in den nächsten vier Wochen einen Blog in WordPress basteln, eine Weiterbildung finden, mindestens zwei-/dreimal pro Woche joggen gehen oder eine Übersicht der funktionierenden Immobilienportale zusammenstellen. Nun hast du einen Monatsplan. Falls darin sehr viel steht, kannst du dir die Aufgaben noch feiner pro Woche aufteilen. Aber Vorsicht: Nimm dir nur so viel vor, wie du auch wirklich schaffen kannst und willst.

TARAAAA! Damit hast du einen wirklich guten Plan, was zu tun ist!

Jetzt geht es los: die (werk)tägliche Schreib-Routine

Also los: Das Erfolgsjournal muss geschrieben werden. Wenn du täglich an deinen Zielen arbeitest (und das ist wichtig) natürlich täglich. Vielleicht lässt du auch das Wochenende weg oder wenn du im Urlaub bist, das ist in Ordnung. Allerdings wird dir das Journaling ohne umfassende Routine fremd bleiben. Bleibe mindestens 30 Tage dran –  und entscheide dann erst, ob es „nichts für mich“ ist.

Selbst wenn du eine freie Form wählst, wird es sinnvoll sein, am Anfang diese Routine zu üben. Du solltest dir also morgens und abends am besten immer zur gleichen Uhrzeit oder am selben Zeitpunkt (etwa: vor dem Frühstück, nach dem Abendessen) die gleichen Fragen stellen und sie beantworten.

Einige darüber hinaus gehende Tricks, eine Routine aufzubauen, habe ich hier aufgeschrieben.

Hier eine Übersicht von sinnvollen Schreibeinheiten

Wichtig ist, dass du dir für dein Journaling jeweils die richtigen Fragen stellt – und diese per Stift beantwortest. Das können zum Beispiel diese Fragen sein.

Morgens:

  • Wiederholung des Ziels / der Ziele, die derzeit im Fokus stehen
  • Welche Aufgaben sind heute zu erledigen? (Die Aufgaben kannst du auch wöchentlich in einer Übersicht behalten wie in einem Bullet Journal)
  • Wie wird mein Tag heute ein guter Tag?
  • Was soll mein Motto / mein Mantra heute sein?

Abends:

  • Was habe ich heute gut gemacht?
  • Warum hat das so gut funktioniert?
  • Was könnte ich in den nächsten Tagen besser machen?

Ich schätze, dir werden schon an Tag drei weitere Fragen einfallen – dann nimm sie hinzu. Aber wirf nicht den ganzen Prozess um.

Falls du zusätzlich noch tägliche Gewohnheiten, die dich glücklich machen, etablieren willst, kannst du es auch mal mit meiner Happy Habitlist probieren. Die gibt es derzeit nicht mehr gedruckt – aber als kostenlosen Download:

… und hilft beim täglichen Achtsamkeitsimpuls.

Übrigens ist diese Happy Habit List auch „Habit-Tracker“. Mit einem solchen (gerne auch als App auf dem Handy) verfolgst du deine Erfolge und programmierst dich damit auf Erfolg. Das ist ähnlich wie die App „Forest“ für Autoren oder „Coach me“ auf dem iPhone. Auch Sportler-Apps wie Strava funktionieren nach disem Prinzip. Versuche doch mal, ob es dir hilft.

Regelmäßige Reviews

Ebenso wichtig wie die tägliche Arbeit im Erfolgstagebuch ist die regelmäßige Review. Wenn du deine Aufgaben monatlich planst, sollte diese monatlich sein. Wenn du wöchentlich planst, sollte das wöchentlich passieren. Und das geht dann so:

Du nimmst dein Erfolgsjournal zur Hand. Auf den ersten Seiten hast du ja deine Ziele visualisiert und kannst diese bei Bedarf auch anpassen. Gehe sie jedes mal mal durch und stelle dir vor, wie großartig es sein wird, wenn du das geschafft hast.

Vielleicht fallen dir dann auch schon weitere Ziele ein. Dann gilt es vorsichtig zu sein: Es könnte gut sein, dass dein Unterbewusstsein damit das bestehende Ziel boykottieren will. Ich kenne das leider gut. Jahrelang bin ich kaum vorangekommen, weil ich jeden Monat begeistert in eine andere Richtung gerannt bin. Das hat mich mehr gebrenst als alles andere. Und das nur, weil ich jedem neuen Ziel sofort gefolgt bin. Deshalb mache es besser: Notiere dir das neue Ziel, mache wie gewohnt weiter und schaue bei der nächsten Review, ob es immer noch so attraktiv ist.

Weiter geht es: Was hast du in der vergangenen Woche alles geschafft? Stöbere in den Tasks und deinen Aufzeichnungen. Was fällt dir auf? Was willst du anders machen? Feiere deine Erfolge und feile an deiner Strategie.

Schließlich: Was ist in der nächsten Woche dran? Vielleicht hast du schon einen Wochenplan gemacht, dann passe ihn an die erledigten Ergebnisse an. Vielleicht musst du den Plan noch „bauen“. Das klingt kompliziert. Gemeint ist dabei nur: Welche Aufgaben sind in der nächsten Woche zu lösen, damit du deine Ziele erreichen kannst?

Hier noch ein paar Fragen für deine Review, die du dir ab und zu stellen kannst:

  • Warum will ich eigentlich diese Ziele erreichen? Was ist dann besser?
  • Was ist, wenn ich es nicht erreiche?
  • Wer kann mir dabei helfen?
  • Wer steht mir dabei im Weg?
  • Kann ich noch mehr Zeit für meine Ziele aufwenden?
  • Wie kann ich das tun?

Können vorgefertigte Erfolgsjournale helfen?

Es gibt eine Reihe von fertig vorbereiten Erfolgsjournalen. Diese finde ich prima – aber bin kein Fan davon. In diesen findest du einen theoretischen Einführungsteil plus Fragen auf den Journalseiten und Unterstützung für eine strukturierte Review. Ich finde, das hat Vor- und Nachteile:

  • Vorteil: Du kannst sofort starten und wirst meist sehr kompetent durch den Prozess geleitet. Und das für einen unschlagbaren Preis und mit dem geringstmöglichen Einsatz.
  • Nachteil: Du kannst sofort starten und wirst durch den Prozess geleitet – statt diesen selbst in die Hand zu nehmen. Ich denke, die Beschäftigung mit den Zielen und dem Prozess sowie die Entscheidung, wie das genau aussehen könnte, ist schon ein wichtiger Schritt.

Vielleicht kommt es einfach darauf an, wie du gerne an die Sache herangehen willst. Entweder kaufst du dir ein leeres Notizbuch im Schreibwarenladen oder eines dieser Bücher:

Und nun? Wie geht es los?

Ach komm. Das weißt du doch jetzt. Also: fang an!

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