Ich habe wieder ein Tool gefunden, von dem ich berichten will: Der „Personal Treasure Hunt“. („Die persönliche Schatzsuche“). Die Idee dahinter: Was sind deine Stärken? Oder was könnten deine Stärken sein?

personal treasure hunt
Wir können nun darüber philosophieren, ob vor dem Aufstieg ein Schatz… blabla – oder du machst einfach die Übung. (Foto von Roman Kraft auf Unsplash)

Die Idee dahinter ist so einfach wie einleuchtend: Es ist viel befreiender, seine Stärken weiterzuentwickeln – als sich den ganzen Tag auf die Schwächen zu konzentrieren. Doch: Wie finden wir schnell unsere Stärken? Vermutlich in einem Spiegel. Selbst, wenn dieser gar kein richtiger Spiegel ist… Aber schau selbst und probiere diese drei Schritte aus:

Vorbereitung

Du benötigst etwa 20 bis 30 Minuten Zeit, ein Blatt Papier (mindestens DIN A4) und einen Stift. Am besten schreibst du das gleich in dein Journal, Bullet Journal oder dein Tagebuch. Den ich schätze, du willst später noch einmal darauf zurückkommen.

Versetze dich in eine entspannte Stimmung (wie auch immer du das gerne tust) und versuche es so einzurichten, dass du in dieser Zeit nicht gestört wirst.

Gehe dann die drei Schritte nach und nach durch (also lies den ersten Teil, setze die Empfehlungen um und lies dann den zweiten Teil und so weiter).

1. Welche Menschen und Qualitäten ziehen dich an?

Auf dein Papier zeichnest du eine einfache Tabelle mit zwei Spalten und mehreren Zeilen. In die linke Spalte schreibst du einige Menschen auf, die du bewunderst. Das können Prominente, historische Persönlichkeiten, persönliche Bekannte oder Freunde sein. Ich habe dort (unter anderen) den Dalai Lama und eine frühere Chefin eingetragen.

In die rechte Spalte daneben schreibst du zu jeder Person (untereinander) die Gründe auf, warum du diesen Menschen bewunderst.

Den Dalai Lama bewundere ich für seinen Gleichmut, seine cleveren Gedanken und seinen grenzenlosen Humor. Meine Chefin damals war sehr durchsetzungsstark und dabei immer charmant und geradlinig. Außerdem erschien sie mir angstlos (wie der Dalai Lama übrigens auch).

2. In Resonanz mit den Qualitäten kommen

Nun faltest du das Blatt entlang der Mittellinie und hält es so, dass nur noch die Qualitäten auf der rechten Seite zu lesen sind. Lies dir diese selbst vor und denke über die Worte nach.

Genieße jedes Wort, jede Qualität und fühle in dir nach, ob es da bei dir eine Resonanz gibt. Du wirst merken, dass diese Qualitäten allesamt etwas mit dir zu tun haben: Einige könnten Charakterzüge sein, die du selbst schon entwickelt hast, bei manchen wünschst du dir das sehnlichst. Vielleicht gibt es darunter auch gewünschte Qualitäten – von denen du aber glaubst, dass sie noch viel zu leise in dir tönen.

Wie auch immer: Vermutlich werden viele der Qualitäten dieser Menschen Aspekte von dir sein. Wie kannst du mehr von diesen Eigenschaften noch mehr in dein Leben integrieren?

Ich werde dir nicht sagen, ob ich mich schon für humorvoll, charmant, angstlos, clever und gleichmütig empfinde. Aber ich weiß ganz sicher, dass diese Qualität gerne erreichen will – und dies in Teilen auch schon erreicht habe.

3. Wunsch und Realität abgleichen

Zu wem hast du so viel Vertrauen, dass dir die Frage nach einer „Qualität“ nicht peinlich ist. Es ist ja seltsam: Wir würden viele Freunde danach fragen, ob sie uns für hässlich, ungeschickt oder störrisch halten. Aber frage mal jemanden, ob er dich für „clever“ hält. Das keine leichte Übung.

Doch genau das ist der dritte Schritt: Frage einige Leute nach ihrer ehrlichen Meinung darüber, die eine oder andere oben genannte Qualität bei dir zu erkennen ist. Und belasse es nicht bei einem „ja, schon“ sondern bohre – wenn sinnvoll – auch mal genauer nach.

Du wirst sehen, das ist ein sehr spannendes Experiment: Ich kann mir gut vorstellen, die die Gefragten werden über die Frage sehr dankbar sein. Und ich bin mir ganz sicher, dass du von Antworten verblüfft sein wirst.

Nach und nach diese Qualitäten entdecken

Natürlich wirst du in den ersten zwanzig Minuten dieser Übung nur den ersten Schritt machen. Bei jedem Gespräch (in dem du vielleicht nur nebenbei nach einer Qualität fragen kannst) wird sich dieses Schatzkästchen nach und nach füllen. Kehre dann immer zu deinem ersten Blatt zurück und prüfe, welche Qualität nun „dran“ ist.

Credits

Diese Übung habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern in einem Seminar bei Dr. Pat Williams, einem bekannten US-Coach gefunden und für dich nur ein wenig gepimpt.