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Schneller und besser texten: Das Zehn-Finger-System lernen!

  • 6 min read

Du sitzt den ganzen Tag am Computer – und beherrschst dein Handwerk nicht? Wenn es um das Schreiben mit dem 10-Finger-System geht, bin ich spießig: Autor:innen sollten ihre Texte professionell tippen können! Gut, dass es nicht lange dauert, es zu lernen.

Sechs bis acht Stunden hartes Training – dafür ein Leben lange kreativere Texte! Lerne mit zehn Fingern zu schreiben. (Foto: Kaitlyn Baker on Unsplash)

Warum ist das 10-Finger-Schreiben so wichtig?

Wer besser, kreativer, klüger, informativer oder stilvoller schreiben lernen will, muss mit zehn Fingern tippen! Ohne Ausnahme. Es gibt zwei wichtige Gründe für das Schreiben mit allen Fingern:

  1. Mit zehn Fingern schreibt es sich schneller: Das ist physikalisch nachvollziehbar. Denn deine Finger brauchen weniger Strecke, um zu den Buchstaben zu kommen. Du tippst ja mit dem rechten Zeigefinger nur die Buchstaben, die in dessen Nähe liegen.
  2. Es unterstützt die Konzentration beim Schreiben: Um mit zehn Fingern zu tippen, brauchst du weniger unbewusste Aufmerksamkeit dafür, die Buchstaben zu finden. Der Blick bleibt beim Text auf dem Bildschirm und die Konzentration beim Inhalt.

Es überrascht mich immer wieder, wie viele Seminar-Teilnehmer:innen bei mir „Professionell online schreiben“ lernen wollen – die mit einem selbst gebauten Adlersystem nach Buchstaben suchen. Ihre Konzentration, ihr Stil, ihre Professionalität würde einen riesigen Sprung machen, wenn sie lernen würden mit zehn Fingern zu schreiben. Und das geht schneller und billiger als mein Seminar 😉

Und das Schöne daran: Du brauchst nicht lange, um das zu lernen. Die paar Stunden Übungszeit holst du nach dem Schreibtraining schnell über die Zeitersparnis beim Tippen rein. Versprochen!

Finnische Forscher haben getestet, welche anderen Tipp-Konzepte es gibt und wie sich diese auswirken.
Finnische Forscher haben getestet, welche anderen Tipp-Konzepte es gibt und wie sich diese auf die Performance auswirken. Nun, letztendlich funktioniert doch wohl nur das Zehn-Finger-System.

Autor:innen haben drei Werkzeugkisten:

  • Kreativität,
  • sprachliche Fähigkeiten mit Rechtschreibung und Grammatik
  • technische Tipparbeit.

Und wir arbeiten uns von unten nach oben: An unsere Kreativität kommen wir nur ran, wenn wir unser Hirn und unsere Seele nicht sinnlos beschäftigen. Genauso wenig, wie wir in einer fremden Sprache gut texten können, bringen wir unsere Gedanken ohne Zehn-Finger-System störungsfrei zu Papier.

Wie lange dauert es, mit 10 Fingern zu schreiben?

Es dauert zwischen sieben und zehn Tagen, das Zehn-Finger-System zu lernen. Mit einem Lernprogramm wird in dieser Zeit pro Tag etwa eine Stunde geübt. Danach beherrschst du das Prinzip.

Ich muss zugeben, dass es keinen Spaß macht, das zu lernen. Und wenn das Prinzip verstanden ist, geht die eigentliche Quälerei erst richtig los. Denn danach musst du dich zwingen, jeden Text fortan mit zehn Fingern zu schreiben. Das wird manchmal sogar – am Anfang – etwas länger dauern und mehr Konzentration benötigen. Doch wenn du eine Fremdsprache lernst, ist das zuerst auch ziemlich anstrengend. Und irgendwann läuft es. Tpipen lernen, ist allerdings viel, viel, viel leichter als eine Fremdsprache zu lernen.

Wie lerne ich die 10-Finger-Technik?

Es gibt viele Schreibprogramme, die helfen können, hier die Tippakademie. Google ist dein Freund!

Am einfachsten geht das so: Nimm dir über einige Tage verteilt die 6-8 Stunden Zeit und quäle dich durch einen Schreibtrainer. Schon die kostenlosen Programme (siehe z.B. rechts, mir gefällt auch Ratatype hervorragend) sind ausreichend. Du findest diese massenhaft in Google-Suche. Ich glaube, der Unterschied zu den teureren ist nicht sonderlich groß. Wer es didaktischer und gefälliger haben will, kann sich auch ein Programm kaufen. Allerdings wird der Lernvorgang dadurch nicht schneller und weniger nervenaufreibend sein. Denn das allerwichtigste ist:

  1. Üben, üben üben
  2. Und danach dranbleiben, bis es sich automatisiert hat

Wenn du JETZT damit beginnst, kannst du in zwei Wochen entspannt mit allen Fingern tippen – und kannst von da an täglich schneller werden. Du wirst deutlich spüren, wie sich deine Kreativität entwickelt.

Versuche es gleich jetzt: Setze die beiden Zeigefinger auf das F und das J und tippe diese beiden Buchstaben abwechselnd. Dann wechsle mit den Ringfingern auf D und K. Tippe erst diese und dann alle vier Buchstaben. Und so weiter. In der Übersicht sieht das so au:

  • Kleiner Finger links: Q A Y < 1 2 ^
  • Ringfinger links: W S X 3
  • Mittelfinger links: E D C 4
  • Zeigefinger links: R F V T G B 5 6
  • Daumen links: Leertaste
  • Kleiner Finger rechts: P Ö – Ü Ä ß ´ + #
  • Ringfinger rechts: O L . 0
  • Mittelfinger rechts: I K , 9
  • Zeigefinger rechts: Z H N U J M 7 8
  • Daumen rechts: Leertaste

Vielleicht verschiebst du diese Tipp-Übungen ja auch in deine Urlaubszeit – denn dann musst du nicht zwischen beruflicher Tipperei und den kleinen Lernfortschritten hin und her wechseln und kannst danach anfangen, wirklich alles mit zehn Fingern zu schreiben. Das ist übrigens auch quälender Moment. Aber glaube mir: Dann hast du es schon so gut wie geschafft!

Danach können wir hier weiter machen. 😉

Tipps für schnelleres Tippen

Noch schneller schreiben, lernst du mit einer guten Körperhaltung und dank optimierter Konzentration. Dafür brauchst du einen guten Stuhl, einen hellen Bildschirm und eine ruhige Umgebung. Und natürlich einige Tricks. Hier eine Übersicht:

  1. Ein guter Arbeitsplatz: Der Ort, an dem du arbeitest, sollte gut beleuchtet, belüftet und bequem sein. Der Abstand zum Bildschirm muss optimal sein und deine Hände gut aufliegen. Irgendwie alles, was die Arbeitspsychologen sagen.
  2. Eine aufrechte Haltung: Sacke nicht zusammen und lass trotzdem die Schultern fallen. So, dass du entspannt atmen kannst. Das ist die beste Haltung für jede Bildschirmarbeit.
  3. Schreibe etwas langsamer, als du könntest: Wenn du schon das 10-Finger-System beherrschst, ist es sinnvoll während der produktiven Arbeit etwas langsamer zu schreiben, als du eigentlich könntest. Warum? Weil du dich dann seltener vertippst und nicht zurückkorrigieren musst. Du bleibst im Flow.
  4. Schaue niemals auf deine Hände! Selbst, wenn du die Zahlen suchst (die die meisten nicht beherrschen) dann wende deinen Blick nicht vom Bildschirm ab. Dadurch bleibst du fokussiert.
  5. Lasse nie mehr nach: Wenn du dich entschieden hast, mit zehn Fingern zu tippen, falle auch in schwachen Momenten nicht mehr auf dein ursprüngliches System zurück.
  6. Schreibe manchmal unproduktiv: Manchmal kannst du es einfach laufen lassen. Also möglichst schnell tippen und dabei nicht korrigieren. Oder absolviere ein Fortgeschrittenen-Programm der Schreibprogramme. Diese Zeit-Investition wird dir viel Zeit sparen.
  7. Schreibe viel! Das ist ein Tipp, den ich ohnehin allen Autor:innen gebe.
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