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Die beste Kreativ-Übung: Zufallswörter-Text

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Eine der stärksten Übungen für Kreativität ist das Schreiben eines Textes mit Zufallswörtern. Hier kannst du das üben.

Was diese Blume mit einem Zufallstext zu tun hat? Keine Ahnung. (Foto: Eric)

Und so geht das: Du wählst aus, wie viele Wörter du aus unserer Wörterliste haben möchtest (mein Tipp: „5“) und startest den Zufallsgenerator. Gleichzeitig mit den Wörtern startet ein Timer und zählt 10 Minuten rückwärts.

Noch zwei Vorgaben: Verwende die Wörter exakt so, wie sie da stehen. Wenn du etwas Übung hast, kannst du dir auch vornehmen, sie in der vorgegebenen Reihenfolge zu verwenden. Aber das ist wirklich schwer. Also quäle dich am Anfang nicht damit.



Falls dir die Zeit zu knapp erscheint: egal! Mach die Übung einfach nochmals. Je häufiger du sie machst, umso einfacher wird es, aus den Zufallswörtern einen richtig guten Text zu bauen. Und je weniger Zeit du hast, umso besser bekommst du deinen Perfektionismus in den Griff. Der steht der Kreativität nämlich gelegentlich im Weg.

Hast du Lust, deinen Text in die Kommentare zu kopieren? Das wäre super. Denn dann gibst du allen anderen mehr Mut, einfach damit zu starten.

Warum diese Übung so stark ist? Weil du in dieser kurzen Zeit alle Phasen des kreativen Prozesses durchlebst.

Weitere Übungen für deine Kreativität findest du in dem Beitrag Kreativ schreiben lernen: 33 Übungen. Und hier ein Artikel, falls du mit KI einfach besser Schreiben lernen willst.

Übrigens: Diese Funktion habe ich ohne Programmierkenntnisse (jedenfalls keine belastbaren) mit ChatGPT entwickelt. Zwar hatte ich an manchen Stellen Schwierigkeiten, alles zu verstehen. Aber die KI hat jede Frage geduldig beantwortet und sogar in seinem eigenen Code einen Fehler gefunden.

Die KI kann so etwas bauen – aber selbst keine Kreativ-Texte mit Zufallswörtern schreiben. 🙂

Nur eins kann ChatGPT nicht: Selbst einen solchen Kreativ-Text schreiben. Ich habe es mehrfach versucht, aber die KI schafft es einfach nicht, die Wörter so zu verwenden, wie sie vorgegeben sind. Und wenn, dann werden sie falsch verwendet. Das war abermals ein ziemlich ergebnisloser Chat mit ChatGPT.

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19 Gedanken zu „Die beste Kreativ-Übung: Zufallswörter-Text“

  1. Hi Eric,
    bin spontan auf diesen Artikel gestoßen, habe ihn gelesen und den Generator genutzt. Folgende Worte hat mit dein Generator ausgespuckt:

    Vision
    Mandala
    weinen
    spezifizieren
    hell
    fliegen

    Ich habe nicht lange gezögert und diesen Text verfasst. Keine Ahnung, wieviel Kreativität dahinter steckt, aber die Worte sind ohne Abwandlung in der richtigen Reihenfolge vertreten.

    Vorgestern hatte ich eine eigenartige Vision. Ich sah mich mit einem Vogel in einem farbenfrohen Mandala weinen. Ich konnte diesen Vogel nicht spezifizieren. War es mein Krafttier, der Adler oder ein Kolibri. Als es hell wurde und ich erwachte, sah ich ihn am Himmel fliegen.

    Das muss nicht unbedingt im Internet auftauchen.
    Beste Grüße
    Carmen

  2. Hallo Eric,

    durch deinen Newsletter bin ich auf diese Übung gestoßen und habe mich ausprobiert. 😊 Meine generierten Wörter waren:
    – weit
    – evakuieren
    – Tal
    – Zirkumflex
    – Alchemie

    Das habe ich (bzw. mein Gehirn) daraus gemacht:
    Vor einigen Tagen begab ich mich auf ein Wanderroute. Sie war weit weg von meinem Heimatort. Ich musste raus, musste mich selber evakuieren. Der Stress auf der Arbeit war zu hoch geworden. Ich wanderte durch ein Tal, als ich an eine kleine verwitterte Hütte kam. Das Dach erinnerte mich an ein Zirkumflex, wie damals auf dem Taschenrechner in der Schule. X^2 – wunderbar… Ich ging zur Tür und trat ein. In der Hütte erwartete mich ein alter Mann mit grauem Filzhut. Er sah mich an und begutachtete mich. Er sprach: „Tritt näher, du kommst bestimmt wegen des Trankes.“ Ich war verdutzt, näherte mich – in Gedanken schon den Hüttenschnaps trinken – dem Alten. Als ich das Gebräu zu mir nahm, merkte ich schnell, dass hier kein leckerer Schnaps auf mich wartete, lediglich bittere Alchemie. Im nächsten Moment wachte ich aus meinem Traum auf. Der Wecker klingelte, ab zur Arbeit.

    Ich war am Ende der zehn Minuten überrascht, wie gut die Übung funktioniert und was am Ende dabei heraus kam. Eine traumhafte Kurzgeschichte. 😅

    Super Input, vielen Dank dafür!

  3. Tolle Übung!
    Meine Wörter:

    wild
    Geschichte
    lachen
    hell
    prognostizieren

    Der Regen zog sich in langen, dünnen Schnüren über die Aussenscheibe des Opels und der Wind rüttelte wie wild an dem alten Gefährt. „Wir werden in die Geschichte eingehen“, dachte sich Tom noch. Auf dem Rücksitz eingepfercht und heftig schwitzend, musste er plötzlich lachen. Erst entkroch ihm ein dumpfes, heiser ausgestossenes Lachen, dass ihn selbst zu überraschen schien. Als sich die trockenen Lacher aber zu steigern begannen und nun hell und schrill klingend, den eingenickten Beifahrer aufweckten, war es niemandem mehr wohl, in der fahrenden Sardinenbüchse. „Wir werden alle sterben!“, schrie der schwitzende Tom nun, augenscheinlich Verrückt geworden. „Ich würde jetzt mal keine falschen Schlüsse prognostizieren, wenn ich du wäre“, kam es von dem bulligen Fahrer, der mit seinen fleischigen Pranken, das kleine Steuerrad fest umklammert, die kurvige Landstrasse runterrasselte. „Wir sind bald da“.

  4. schließen, geduldig, Kryptographie, tief, jonglieren

    Ich schließe mein Arbeitstag mit den folgenden Gedanken ab.
    Sei geduldig, liebe Milla, manche Traumen sitzen tief und sind nicht offensichtlich.

    Manchmal fühlt es sich wie Trauma-Kryptologie an. Ja, das offensichtliche ist nicht zu erkennen. Die Türen dahin schließen die klare Sicht auf die Dinge. Die Gefühle darfst du geduldig anschauen und spüren. Über den Tag ist es ein jonglieren damit.

    Wie ich zu meinem Sohn heute sagte, als wir übers Gewichthalten redeten. Es ist ein jonglieren mit dem Essen, um das Wohlfühlgewicht zu halten.
    Weiß ich, dass ich abends eingeladen bin, dann esse ich eher tagsüber low-fat & low-carb.
    Ich esse nicht täglich Brot & Süßes, außer vielleicht in der Weihnachtszeit 😉

    Ich entscheide was ich esse.
    Geht das auch mit den Gefühlen?

    Kann ich damit jonglieren. Wenn ich mittags Traurig bin, kann ich mich abends für Freude entscheiden?
    Das wäre ein geduldiges Experiment. Ist das möglich? Nun, ich habe es wirklich nicht probiert.
    Tief in mein Inneres, weiß ich, dass es möglich ist. Die Kryptografie der Empfindungen/Gefühle/Gedanken geduldig mit tiefer Liebe anzuschauen und Freudig zu jonglieren.
    Ja, damit schließe ich heute mein Arbeitstag gedanklich ab.

    1. Hallo Heinz,

      mmmmh. Da steht „ Hast du Lust, deinen Text in die Kommentare zu kopieren? Das wäre super. Denn dann gibst du allen anderen mehr Mut, einfach damit zu starten.“

      Wie, schlägt du vor, wie ich das besser formulieren kann?

      Grüße Eric

  5. Elixier
    qualifizieren
    sauber
    vereinen
    arbeiten

    Der alte Mann war konzentriert am arbeiten. Geschickt zerrieb er die Kräuter, mischte Zutaten, griff blind nach den richtigen Flaschen und Werkzeugen. Die Bewegungen hunderte, tausende male durchgeführt. Trotzdem war er so konzentriert wie am ersten Tag. Er musste sauber arbeiten, durfte sich nicht den kleinste Fehler leisten, sonst wäre das Elixier wertlos. Vor dem Fenster rauschte ein Luftschiff vorbei, brachte die Glaskolben im Regal zum wackeln. Doch er ließ sich nicht irritieren. Das brauchte es, um einen Menschen zum Brauen zu qualifizieren; die Fähigkeit absolut alles auszublenden und einen messerscharfen Fokus zu halten, über Stunden. Er gab die letzten Tropfen von Laudap-Essenz in den Topf, kontrollierte die Temperatur und hielt den Atem an. Nach genau 17 Sekunden verfärbte sich die Flüssigkeit von einem braun-grün in ein tiefes, dunkles rot. Er nickte zufrieden. Es hatte geklappt. Behende begann er die zähflüssige Masse in kleine Fläschchen zu füllen und mit Korken zu verschließen. Ein Topf ergab jeweils zehn Portionen des wertvollen Guts. Es war ein sehr seltenes Elixier, welches es schaffte Eigenschaften der Wundheilung und innerer Stärkung zu vereinen. Das einzige seiner Art. Und der alte Mann war einer der wenigen Weisen, der die Zubereitung kannte. Kaum jemand wusste, wo er wohnte, was er tat. Seine kleine Kammer in einer Seitengasse der Stadt war unscheinbar. Doch genau das war ihm wichtig. So blieb er ungestört und konnte sich ganz auf die Wissenschaft des brauens konzentrieren.

  6. innovieren, Utopie, fest, lesen, spielen

    Damals an der Uni fanden die interessanten Gespräche oft abseits der Seminare und Vorlesungen statt. Ein beliebter Germanistik-Prof von altem Schrot und Korn liebte es, mit uns Studenten durch den Zoo der bedrohten Wörter zu wandeln. „Sie sollten von Zeit zu Zeit Ihren Sprachschatz innovieren“, riet er uns in dem ihm eigenen Germanisten-Singsang. „Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Denken Sie eher an eine Utopie, nicht an Routine.“ Zudem stellte er immer wieder fest, dass die Geheimnisse kreativen Ausdrucks im Lesen und Spielen – mit den Wörtern und mit den Regeln – liegen. Als ich neulich die Website der ContentMen für mich entdeckte, musste ich an meinen alten Professor denken.

    PS: Danke für eure Arbeit und die tollen Seiten. Hier kann man auch (oder gerade) als alter „Redakteurs-Hase“ eine Menge lernen!

    1. Hey Martin,
      danke für den Text – und das Kompliment. Ich bin ganz begeistert davon, dass du die fünf Wörter gleich in einen Kreativitäts-Tipp gegossen hast. RESPECT!

      „Utopie statt Routine“ #hach!

      Grüße, Eric

  7. In der Nähe von meinem Haus gibt es einen dicken Mann, der ein großes Haus mit einem verwahrlosten Garten hat. Das Haus wurde mit Hilfe eines intelligenten Ingenieurs erstellt. Trotzdem hat es ein großes Problem, denn es ist verfallen und dunkel. Ich habe den Mann darauf hingewiesen, dass er viel Geld sparen muss, damit er das Haus renovieren lassen kann. Er sieht diese Welt auf eine andere Art und Weise, deswegen ist er ungeduldig und spart nicht. Deshalb bleibt das Haus noch immer feucht. Eines Tages werde ich ihm dabei helfen, das Haus zu renovieren.

    1. Normalerweise findet man das Leben nicht nur schwer, sondern es füllt auch mit Bitterkeit. Menschen suchen immer nach Gründen für die Schwierigkeiten des Lebens, unabhängig davon, ob sie arm oder reich sind. Die Herausforderungen des Lebens lassen sich nicht lösen, sondern wir müssen versuchen, Antworten darauf zu finden. Die Wege des Kosmos funktionieren manchmal anders als wir interpretieren.

  8. • verlieren
    • modisch
    • lesen
    • Feuer
    • ablehnen

    Das alles zu verlieren wäre unsagbar. Lia steht vor einem großen Spiegel, der wahrscheinlich aus dem 19ten Jahrhundert stammt. Der Staub kitzelt sie in der Nase und von den sich zu einem Klumpen zusammengefundenen Spinnweben stellen sich ihre Haare im Nacken auf. Er war einmal so modisch, so modern, kosmopolitisch, intellektuell. Ständig sah man ihn lesen, fachsimpeln, lachen und sinnieren. Dieser riesengroße, grazile Mann hat alle in seinen Bann gezogen. Aber das ist vorbei. Das Feuer ist erloschen, nur Asche, und kein Phoenix steigt auf. Stattdessen das zurückgekehrte Faltendreieck zwischen seinen Augen, heruntergezogene Mundwinkel und hängende Schultern. Die Gründe sind verständlich, aber die Konsequenz ist untragbar. Sie muss ablehnen, ja, jede Faser ihres Körpers will weg, will raus, egal wie hoch der Preis ist. Und er ist hoch.

    Danke für die coole Idee und Seite! 🙂

  9. Ich bin wirklich riesiger Fan dieser Übung geworden und freue mich schon mega darauf, mich in Zukunft öfter damit zu befassen!

    Vielen Dank dafür!

    Hier einmal mein erster Versuch.

    Wörter:
    – Kalt
    – Xenophil
    – Wild
    – Sport
    – gravitieren

    Es war kalt an diesem grauen Herbstmorgen. Die Blätter hatten die Bäume nun bereits verlassen und nur wenige hielten sich mit letzter Kraft noch an ihrem Platz und strahlten in braun und orange.
    Sie war angewidert von der Kälte, die sie nicht nur zu dieser Jahreszeit umgab. Wie sehr sehnte sie sich danach wo anders zu sein. In einem fernen Land, oder zumindest einfach nicht mehr hier.
    Sie hatte schon immer davon geträumt eines Tages etwas anderes von der Welt zu sehen, mehr von ihr zu erleben und zu erfahren. Eine Freundin hatte einmal gemeint, dass sie geradezu Xenophil zu seien schien und das Fernweh sie irgendwann bestimmt noch verschlingen würde.
    Und dennoch konnte sie den Ort nicht verlassen. Hier wo das Gras wild wucherte, die Bauern ihre Felder mit kleinen Geräten bestellten und die Menschen ihrem entschleunigten Leben frönten.

    Sie wollte weg, doch sie war gefangen. Wie ein Baum dessen Wurzeln ihn daran hinderten jemals etwas anderes von der Welt zu sehen als die immer gleiche Umgebung.

    Sie rannte über die Feldwege. Das war ihre morgendliche Routine vor der Arbeit. Der Sport ließ sie ihr Fernweh vergessen und ihr ödes Leben für einen Moment nicht relevant erscheinen.
    Und dennoch, sobald sie wieder zu Hause ankam und die Anstrengung des Sportes vergessen war, waren all die Gedanken wieder da. Die Gedanken an eine Welt die sie nie entdecken würde, obwohl sie sich gleichzeitig so fühlte, als würde sie innerlich immer weiter genau dorthin gravitieren.
    Es war ein Debakel, doch nichts an dem sie etwas ändern konnte. Zumindest war es das, was sie glaubte….

  10. Eine tolle Anregung!
    Hier mein erster Versuch in drei Minuten. Fühlte mich etwas gehetzt, beim nächsten mal werde ich die Zeit voll ausnutzen!
    Meine Wörter: lang, Wolfram, zirkulieren, xenophil, plagieren

    Die Zeit wurde ihm lang. Wolframs Kopf war leer. Normalerweise zirkulierten hier die verrücktesten Gedanken, manchmal auch nur Wörter. Gestern Nacht war es das Wort xenophil gewesen. Es wusste nicht, was es bedeutet. Ah! Die Zeit! Er könnte sie füllen. Er könnte xenophil googeln. Oder, noch besser, ChatGPT eine Glosse dazu schreiben lassen. Endlich mal die neue Form des Plagierens ausprobieren.

    Ich freue mich auf die nächsten 5 Wörter!

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