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Contentman > Mit ChatGPT, Neuroflash und anderen KIs arbeiten

Promts für die AI: die Künstliche Intelligenz briefen

Was wir an Text- und Bild-Ergebnissen von künstlicher Intelligenz lesen und sehen, ist unbestritten gut. ChatGPT schreibt verblüffend gute Texte und im NightCafé bekommst du tolle Bilder für deine Blogbeiträge. Soweit die Theorie; jede:r kann das. Wer es selbst versucht, bekommt nur mittelmäßigen Output. Das liegt weder an der KI noch an dir – sondern daran, dass KIs professionell gebrieft werden müssen. Hier einige Tricks und Tipps zum Schreiben von sogenannten „Prompts“ für die AI.

Nach all den KI-generierten Bildern wollte ich euch ein richtig schönes Foto mit einem echten Hund bieten. Von mir.

Grundsätzliche Überlegungen: Was benötigt die KI für ihre Arbeit?

Vorab: Bei Google versucht eine Künstliche Intelligenz die Suchanfragen der Nutzer:innen zu verstehen, die TikTok-KI will deine Ansprüche an gute Unterhaltung verstehen und in der Medizin suchen die schlauen Algorithmen zum Beispiel nach Mustern auf Haut-Fotos, die auf Hautkrebs hinweisen. Das alles hat mit uns nichts zu tun. Wir möchten von einer AI (Artifical Intelligence), dass sie uns Texte schreibt oder Bilder generiert. Das bedeutet: DU musst der AI sagen, was sie tun soll – und dann tut sie es im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Hier beziehe ich mich übrigens auf drei KIs: ChatGPT ist eine Text-KI, mit der du hier per Texteingabe in den Dialog gehen kannst. Sie liefert dir Texte, schreibt kleine Programme und baut zum Beispiel auch Tabellen mit Vergleichen. Außerdem habe ich mit Neuroflash, eine deutsche Adaption für Text und Bild sowie mit NightCafé, einem Text-to-Picture-Generator einige Zeit verbracht. In Details werden andere KIs anders funktionierten – doch die Grundlage ist immer die gleiche.

Und, kurz gesagt, benötigt eine KI mehr oder weniger konkrete Texteingaben. Auf meine Frage, wie die ideale Frage an ChatGPT lautet, hat mir ChatGPT diese Punkte genannt:

  • Ein klares und spezifisches Thema oder eine Frage, die angesprochen werden soll
  • Relevante Hintergrundinformationen oder Kontext
  • Etwaige Einschränkungen oder Begrenzungen für den Text
  • Spezifische Ziele für den Text
  • Ein gewünschter Ton oder Stil

Gute Antwort, oder? Das gilt übrigens nicht nur für die Generierung von Texten, sondern auch, wenn du Bilder bauen willst. Für alle andere Anwendungen (Medizin, Suchmaschine u.s.w.) gilt das alles nicht.

Ich würde die Antwort von ChatGPT gerne noch vereinfachen und schärfen, denn mit Briefings haben wir Texter:innen natürlich unsere Erfahrungen. Und da geht es immer um:

  1. inhaltlicher Fokus
  2. konkrete Elemente und Zusammenhänge
  3. stilistische Wünsche

Die Reihenfolge ist der KI zwar egal – aber dieser Dreisprung ist einfach zu merken. Zuerst benötigen wir das Thema, formulieren dann die Details und legen schließlich das „Design“ fest.

Da sich das natürlich schon für Bilder und für Texte unterscheidet, werde ich beide Content-Arten einzeln behandeln. Ich beginne mit den Bildern. Denn Artikel können wir ja schließlich selbst schreiben – aber es mangelt uns Autor:innen meist an guten Bildern. Wer will denn noch Stockfotos verwenden?

Promts für Bilder-AI schreiben

Äh, vorab: Dürfen wir die Bilder einer KI eigentlich verwenden? NightCafé formuliert das – übersetzt aus dem Englischen – so:

„Sobald Ihr Kunstwerk erstellt und an Sie geliefert wurde, werden alle Rechte an geistigem Eigentum, die an diesem spezifischen Kunstwerk bestehen, auf Sie übertragen und Sie können Ihr Kunstwerk für persönliche oder kommerzielle Zwecke nutzen. Wir übernehmen jedoch keine Garantie dafür, dass Sie in der Lage sein werden, eine Marke oder ein Urheberrecht für unsere Kunstwerke zu beanspruchen, oder dass eine Markenanmeldung oder ein Urheberrechtsanspruch nicht gegen die geistigen Eigentumsrechte Dritter verstoßen wird.“

Anders gesagt: „Ja, wir geben dir die Erlaubnis – sind uns aber nicht sicher, ob du nicht trotzdem Ärgers bekommst. Und ein eigenes Urheberrecht kannste dafür auch nicht anmelden“.

Das ist die Antwort von NightCafé auff „Zeige mir das NightCafe“.

Ich schätze, das wird in den nächsten Jahren noch hitzig diskutiert werden. Vorerst halte ich das Risiko aber für begrenzt. Deshalb verwende ich hier auch Fotos von NightCafé.

Überhaupt ist nun einiges in Bewegung geraten, deshalb ist diese Anleitung auch eine erste Version – den ich in den nächsten Wochen und Monaten verfeinern und aktualisieren werde. Wenn du meinen Newsletter abonnierst, kannst du dran bleiben.

Vielleicht fällt bald auch die erste Regel weg: Promts für Bilder werden auf Englisch geschrieben. Das könnte schon anders sein – wie wir bei den Texten sehen werden. Doch momentan ist das noch so. Deshalb übersetzt du deine deutschen Prompts einfach per Deepl ins Englische – da werkelt nämlich auch eine AI.

Fokus, Details + Stil: mögliche Elemente eines Prompts

Wie oben beschrieben, gehören in ein gutes Briefing mindestens die Elemente inhaltlicher Fokus, Details und der Stil. Selbstverständlich gibt es noch weitere Elemente, wie die Zielgruppe oder vorhandene Beispiele. Diese lassen sich jedoch einigermaßen gut unter diese drei Punkte einsortieren.

1. Der inhaltliche Fokus für Bilder

Den inhaltlichen Fokus zu formulieren, klingt einfach. Aber: Was soll wirklich auf dem Bild zu sehen sein? Ein Haus? Ein Auto? Wie soll das Haus und das Auto aussehen? Ein Mensch? Bedenke: Es gibt einen Vordergrund und – meist – einen Hintergrund. Manchmal möchten wir ein Porträt haben oder eine Landschaft. Und dann gibt es auch ungenaue Wünsche nach weniger konkreten Dingen. Soll das Bild unserer Zukunft zeigen oder Hoffnung beinhalten? Ja, auch solche Briefings sind möglich – allerdings erwartet uns dann ein Überraschungsei. Du wirst schon sehen, was die KI daraus macht. Wenn eine Frau liebevoll ihr Baby anschaut, sind wechselnd passende Antworten möglich …

„Frau schaut liebevoll auf ihr Baby“. In zwei Fällen gut getroffen.

Hier also drei Wortgruppen, wie du den inhaltlichen Fokus deines Bildes definieren kannst:

  • der Ausschnitt (Porträt, Landschaft, Gemälde)
  • konkrete Personen oder Gegenstände
  • abstrakte Aussagen

Diese kannst du natürlich miteinander kombinieren. Also: „Frau schaut liebevoll auf ihr Baby“. Mit etwas Glück ist das Ergebnis gut.

2. Konkrete Elemente und ihr Zusammenhang

Wie alt ist und welche Haarfarbe hat der Mensch? Wo stehen Haus, Auto und/oder Mensch? Vor einem Berg oder im Wald? Je genauer du den Bildfokus definierst und ergänzt, umso schwieriger machst du es der KI, aber vielleicht wird dein Bild passender.

Doch Vorsicht! Es gibt einige Punkte, die zu beachten sind:

„Kleiner, weißer Hund folgt Frauchen“: Das mit dem „Frauchen“ hat nicht geklappt. Aber süß sind die Hunde…
  • Negative Prompts: Einige KIs können verstehen, wenn du negative Aussagen machst. Aber nicht alle. Schreibst du etwa „keine Haare“ in den Prompt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass du gerade deshalb Haare geliefert bekommst.
  • Zusammenhänge: Die künstliche Intelligenz weiß zudem nicht immer, wie die Dinge zusammenhängen. Ein Hund, der seinem Frauchen folgt, wird möglicherweise zu Missverständnissen führen. Sei also vorsichtig mit verbundenen Elementen.
  • Mengenangaben: Bei vielen Versuchen, in denen ich es mit Mengenangaben versucht habe, hat die KI sehr dumm geantwortet. Etwa „fünf Personen im Park“ sind dann nicht fünf einzelne Personen, die an unterschiedlichen Stellen stehen, sondern eine Person, die fünfmal wiederholt wird. Wenig attraktiv.

Versuche

Versuche, nur die konkreten Angaben zu machen, die wirklich nötig sind und überlasse den Rest der KI. Mit der nötigen Freiheit arbeiten doch auch wir oft besser…

3. Der Stil

Hier wird es kritisch, finde ich. Denn mit diesem Teil des Promts geraten wir nahe an den Plagiarismus. Denn je konkreter du den Stil des gewünschten Bildes definieren kannst – umso besser wird das Ergebnis sein. Wenn du um eine Zeichnung „wie von Gerda Wegener“ (kannte ich bisher auch nicht) bittest, wirst du genau das bekommen.

Deshalb ist hier die – eigentlich – beste Empfehlung für gute Prompts: Schau dir die Bilder von Künstlern an und sage dem Computer, was du willst. Falls dir dazu die Ideen fehlen, war das Internet schon fleißig: Hier findest du eine riesige Tabelle von Künstlernamen und ihre Kunst.

Falls du allerdings freier gestalten willst (und das wäre meine Empfehlung), solltest du dir einige Attribute für Bilder anschaffen. Hier einige Ideen:

Kunststile

Expressionismus, Amerikanischer Realismus, Anime, Art deco, Art Nouveau, Barock, Bauhaus, Biopunk, Klassischer Realismus, Konzeptkunst, Kubismus, Cyberpunk, Dark Fantasy, Decopunk, Digitale Kunst, Expressionismus, Fantasy, Fine Art, Futurismus, Gothic, Harlem Renaissance, Impressionismus, Installationskunst, Manga, Moderne Kunst, Modernismus, Neoklassik, Neo-Impressionismus, Neuer Realismus, Fotorealismus, Pixel Art, Pop Art, , Postmoderne, Realismus, Rokoko, Romantik, Sozialistischer Realismus, Steampunk, Surrealismus.

Malarten

Acrylfarbe, Airbrush, Leinwand, Chinesische Malerei, Farbfeldmalerei, Tropfende Farbe, Feine Kunst, Glasmalerei, Gouache, Graffiti, Wandmalerei, Öl auf Leinwand, Ölfarbe, Malerei, Papiermarmorierung, Rock Art, Sprühfarbe, Stillleben, Street Art, Tibetische Malerei, Aquarell.

Fotografie Stile

Filmnegativ, Kodachrome, Diafilm, Portra, Natura 1600, Ilford Delta, Polaroid, Hasselblad, Doppelbelichtung, Mehrfachbelichtung, Großformatkamera, Weitwinkelobjektiv, Fisheye-Objektiv, Tilt-Shift-Objektiv, Teleobjektiv, Fotoshooting, Thermografie, Röntgen, Infrarot

Ich suche noch nach weiteren und werde das hier ergänzen. Allerdings findest du woanders auch viel mehr Begriffe, die funktionieren können. Aber nicht vergessen: Diese müssen dann noch ins Englisch übersetzt werden.

Bilder variieren

Nicht zu vergessen, ist die Möglichkeit, Variationen von Fotos (oder anderen Bildern) erstellen zu lassen. Hier mal ein Beispiel, was DALL-E aus einem Foto von mir gemacht hat. Ich habe das nur hoch geladen und darum gebeten, Variationen zu erstellen:

Eric in mehreren Varianten. Fühlt sich merkwürdig an, das zu sehen. Probiere es selbst mal.

Unterstützende Workflows

Zu den AI-Bildern („concept art“) bietet dir Canva gleich noch gute Vorlagen für die Beschriftung an.

Von den Bilder-Variationen abgesehen, ist es gar nicht so einfach gute Bilder mit einer KI zu generieren. Deshalb ist die Qualität der Tools nicht auf den AI-Generator beschränkt. Vielmehr ist der Workflow entscheidend. Manche lassen dich weitgehend allein und setzen auf deine Kreativität – die meisten bieten entweder Beispiele an (z.B. NightCafé) an denen du dich orientieren kannst oder sie coachen dich mit Voreinstellungen durch die Arbeit.

Die Ergebnisse sind dann natürlich nicht sonderlich einzigartig. Offen gestanden ist das aber ein dünner Vorwurf. Denn letztlich ist die Suche nach einem tollen Bild in einer Stockfoto-Datenbank auch nichts, was ich unter echter Kreativität einsortieren würde.

Auf die Spitze getrieben hat das Prinzip „Visual-Coaching“ hat bekanntlich Canva. Dieses Tool eignet sich vorwiegend für Menschen, die Social-Media-Kanäle bespielen müssen. Deshalb bin ich da ein Laie. Aber ich finde mein Ergebnis für „Wie die Welt in 20 Jahren aussieht, wenn wir die Klimakrise nicht meistern“ sieht einigermaßen gut aus. Leider entsprechen die Bilder nicht meinen Vorstellungen (diese sind deutlich düsterer). Aber ihr könnt sehen, was in fünf Minuten da so machbar ist.

Was, wenn die Künstliche Intelligenz schlechte Bilder liefert?

Da das Generieren von AI-Bildern ziemlich rechenintensiv ist, kostet jedes Bild – ob Geld oder Credits. Deshalb ist das Ausprobieren nicht günstig – übrigens auch nicht für unsere Umwelt. Und trotzdem: Wenn das Ergebnis nicht passt, probiere etwas anderes:

  • Suche nach zu allgemeinen oder missverständllichen Begriffen und lösche diese.
  • Ändere die Reihenfolge der Begriffe bzw. Begriffe.
  • Wenn Elemente auf dem Bild zusammenwachsen, liegt das größtenteils daran, dass ein Zusammenhang missinterpretiert wurde. Also raus damit.
  • Gesichter sind schwierig zu generieren. Wenn du mehrere Personen auf einem Bild hast, können die zu schlimmen Verzerrungen führen. Reduziere also die Personen.
Das macht die KI aus „man and woman“. Sehr traditionell…

Und natürlich basiert jede KI auf dem Input. Deshalb sind sie alle hinsichtlich Geschlecht, Rasse oder anderen Attributen von Menschen ziemlich unausgewogen. Sie reproduzieren im Prinzip alle Klischees, die du dir vorstellen kannst.

Schaue dir erneut die tollen, KI-basierten Fantasy-Bilder an, die überall herumgereicht werden. Diese sind weder divers noch passen sie in eine LGBT-Welt. Als Bewes nebenan das Bild, das bei NightCafé entsteht, wenn ich „a man and a woman“ eingebe. Keine Pointe.

Quellenangaben und Tool-Tipps

Jetzt noch ein paar Informationen, die dir weiterhelfen können, wenn du für deinen Blog Bilder generieren willst. Das macht Spaß, ist rechtlich aktuell hoffentlich nicht sonderlich riskant und hilft uns, die KIs zu verstehen. Wenn du Bilder für einen professionellen Einsatz suchst – lass es. Und bleib dran.

  • Eine Datenbank für Promts bei StableDiffusion
  • Künstlerstile in der Übersicht in einer riesigen Tabelle
  • Gute Text-to-Picture-KI: NightCafé
  • Dall-E ist auch von Open-AI und eine einfach zu bedienende KI.
  • Gute, deutschsprachige KI und hier die Anleitung für Promts: Neuroflash

Prompts für gute KI-Texte

Es mag an meinem Beruf liegen. Aber das Prompten (aka Briefen) von Text-KIs fällt mir viel schwerer als das einer Text-to-Picture-KI. Ich habe eine Weile gebraucht, um auf einen Trick zu kommen, wie es trotzdem funktioniert. Dazu weiter unten. Zunächst die Grundlagen.

Wieso Text-to-Text gar nicht so einfach ist

Nur in einem Fall ist das Briefen einer KI für die Text-Gewinnung nicht schwer: Wenn du SEO-Texte schreiben sollst und dafür schlecht bezahlt wirst. Das ist leider weitverbreitet – auch, wenn es falsch ist. Falls das bei dir der Fall ist, unterliegst du oder deine Auftraggeber:innen dem Mythos, dass Google doof sei und es egal ist, welche Qualität die Texte haben. Ist das der Fall, solltest deinen Job ohnehin neu überdenken und die Zeit, bis du so weit bist, kannst du mit Neuroflash oder ChatGPT finanzieren. Denn die Ergebnisse sind stilistisch in Ordnung, nichtssagend und in jeder Länge machbar. Zwar funktionieren sie nur teilweise für Google, doch das muss nicht dein Problem sein. Denn das würden sie auch nicht, wenn du in Hochgeschwindigkeit selbst nichtssagende Text absonderst.

In allen anderen Fällen ist das Briefen einer KI nicht banal. Denn ein guter Text besteht aus einer Kernaussage, interessanten Details und einem lesenswerten Stil. Eine KI liefert dir da aber nur durchschnittliche Ergebnisse, weil genau das ihre Aufgabe ist.

Sagst du einer KI also, du möchtest 500 Wörter über ein Thema, z. B. „Schreibblockaden“, haben, bekommst du ziemlich allgemeine Fakten in einem ziemlich langweiligen Text. Falls du darauf dein Business als Text-Coach aufbauen willst, überdenke das noch einmal🙂

Aber es funktioniert, die KI um Hilfe zu bitten! Wenn du die Grundlagen für das Briefing (Fokus, Elemente, Stil) kennst, kannst du prima mit ihr zusammenarbeiten.

Grundlagen für das Briefing der Text-KI

Eigentlich gilt das ja für jedes Briefing. Du selbst (oder deine Auftraggeber:innen) solltest dir ohnehin über diese drei Punkte Klarheit haben:

  1. Inhaltlicher Fokus
  2. konkrete Elemente und Zusammenhänge
  3. stilistische Entscheidungen

Also können wir unsere Text-Prompts für die KI genauso gestalten.

Der Inhalt

Da es zu allem und jedem Thema schon reichlich Inhalt gibt, ist ein allgemeines Thema wie „Kleiderbügel“, „Schreibblockade“ oder „Bitcoins“ als Grundlage für einen Artikel totaler Blödsinn. Du musst dir überlegen, welchen Teil der Wahrheit du willst. Was ist dein USP? Dein „warum“? Falls du auf SEO schaust, solltest du die Fragen beachten, die die User:innen stellen. Falls es um Social Media geht, benötigst du eine Idee, die trenden kann. Etwas, wofür du (oder dein Auftraggeber) stehen kann. Hier die drei Beispiele:

  • Wie breit muss ein Kleiderbügel sein?
  • Welche Übungen helfen gegen eine Schreibblockade?
  • Wird sich der Bitcoin noch einmal erholen?

Na gut: Die Sache mit dem Bitcoin wird dir die Maschine nicht beantworten können – da KIs bislang nur über wenig aktuelles Wissen verfügten und dieses auch nicht einordnen können.

Ich denke, um den Inhalt zu fokussieren, ist eine KI kein besonders gutes Tool. Du könntest zwar fragen, welche Themen rund um Kleiderbügel interessant sein können. Allerdings wird das Ergebnis nicht so doll sein. Schau also besser auf die größte KI überhaupt: auf Google. Dort bekommst du passende Fragen in jedem Suchergebnis präsentiert. Allerdings kannst die KI auch befragen …

Die Elemente

Weiter geht es mit den Elementen, den Detailinformationen. Das hat mit der Zielgruppe zu tun und mit dir als Absender. Ganz ohne eigene Recherche wird es also nicht gehen. Achte hauptsächlich auf diese Punkte:

  • Deine Sicht auf das Thema: Leider lässt sich einer KI (noch) nicht sagen „schreibe mir einen Artikel über Schreibübungen auf der Basis meiner Webseite“ – also musst du die Maschine mit deinen eigenen Informationen füttern. Auch bei Kleiderbügeln könnte der Preis oder das Material einen großen Unterschied bei der Recherche machen und sich an eine völlig andere Zielgruppe wenden. Formuliere also möglichst treffend, was dein Zugang zum Thema ist.
  • Die Richtung für die Recherche: Damit meine ich die Haltung, deine Meinung, die Details rund um die Kernaussage. Willst du deinen Leser:innen einen Weg aus dem Bitcoin-Drama bieten oder bist du froh, dass die große Zeit der Kryptowährungen offenbar vorbei ist? Auch das solltest du für dich und die KI klar haben und der Maschine kommunizieren
  • Individualisierung für die Leser:innen: An wen richtet sich der Artikel? Ein Möbelhaus, das Kleiderbügel für den Weiterverkauf sucht, wird anders angesprochen als Endkunden, die besonders schicke Bügel im Schrank haben wollen.

Hier kann dir die KI natürlich auch weiterhelfen. Sie kann sich wahlweise auf ein hohes Sprachniveau oder bilderreiche Texte einstellen. Sie muss aber entsprechend gebrieft werden.

Der Stil

Und dann sind wir schon auf der Stil-Ebene angekommen: Soll es ein erzählender oder ein faktenreicher Text sein? Locker geschrieben oder eher gestelzt? Persönlich in Ich-Form oder neutral? Hier einige mögliche Richtungen, in die das gehen kann:

  • Beitragsform: Ratgeber, Meinung, Nachricht, Listicle, Blogbeitrag, Webseeite, E-Mail, Social Media Posting
  • Ansprache: Ich-Form, personaler Erzähler, direkte Ansprache (mit „du“ oder mit „Sie“)
  • Betroffenheit: emotional betroffen, neutral, zynisch

Vermutlich kommt noch keine KI wirklich mit all diesen stilistischen Feinheiten klar. Aber es wird gut sein, wenn du diese Richtungen kennst und auswählst – dann kannst du das Text-Ergebnis entsprechend redigieren.

Neuroflash kann sogar mit Dialekten schreiben. Probiere es doch mal aus.

Praxistipp 1: Orientiere dich am Text-Workflow

So sieht mein Vorschlag für einen Texter:innen-Workflow aus. Siehe hier.

Nun kommt eine weitere Dimension hinzu: Die KI kann dir auf jeder Workflowstufe anders helfen. Beim Erstellen eines Textes kennen wir Schritte hin zu einem funktionierenden Inhalt:

  1. Ideenfindung
  2. Recherche
  3. Strukturierung / Gliederung
  4. Haupttext schreiben
  5. Headline, Einleitung, Fazit, Teaser

Außerdem kann es notwendig sein, bestehende Texte umzuschreiben. Das klingt zwar un-kreativ, doch vielleicht willst du einen sehr steifen Text in eine etwas lockerere Sprache überführen? Oder du hast das Gendern vergessen? An DeepL erkennen wir, dass wir Texte auch in andere Sprachen übersetzen können. Mit wechselnder Qualität, aber meist besser, als es ein nicht-native Speaker machen würde.

Ich habe es weiter oben schon angesprochen: Auf den unterschiedlichen Workflowstufen kann dir eine KI ganz unterschiedlich helfen. Neuroflash etwa führt dich über Fragen durch die Workflows durch. Zwar starten der Workflow (die Ideen) dort über die Headlines – aber wenn wir das als Fokussierung bzw. Ideenfindung bezeichnen, funktioniert es. Du bekommst nach einer Headline jeweils eine Auswahl von Gliederungen und dann geht es Schritt für Schritt weiter. Das Kernthema gerät dabei zwar aus den Augen – aber für ordentliche Beiträge funktioniert das.

Falls du mit einer anderen KI arbeitest, dann fallen dir angesichts des Workflows oben natürlich die richtigen Fragen und Promts ein, mit denen du die KI jeweils beauftragen kannst. Das klingt nach Arbeit – und ist es auch. Aber wer hat gesagt, dass dir eine Text-KI jede Mühe nimmt?

Praxistipp 2: Text-Coaching von der KI

Die Kommunikation mit ChatGPT erfolgt wie in – nun ja – einem Chat.

Für meinen Beitrag zu „Schreibblockaden“ habe ich mich von der KI ChatGPT coachen lassen. Ich habe ihr also nicht das Thema, den Inhalt und den Stil genannt und das Ergebnis „empfangen“ sondern wir haben diesen Beitrag gemeinsam entwickelt.

Dabei bin ich weniger strukturiert wie oben vorgegangen, sondern habe mich auf das Gespräch mit der KI eingelassen. Angefangen hat das mit meiner Frage, welche Übungen ChatGPT vorschlägt, um eine Schreibblockade zu überwinden. Die vier kurz und korrekt formulierten Übungen haben mich verblüfft, deshalb haben wir weiter gemacht. Weiter ging es mit der Überschrift und einem Einstieg. Beides habe ich angepasst – aber das sollten wir ohnehin immer machen (siehe weiter unten). Da mir die Übungen zu unmittelbar für einen solchen Text vorkamen, bat ich die KI noch um eine Erklärung, was eine Schreibblockade ist und schließlich durfte sie auch noch ordentlich klugscheißen, welche berühmten Autor:innen schon darunter gelitten haben. Da glänzte sie tatsächlich mit interessantem Detailwissen.

Und so hatte ich nach wenigen Minuten ausreichend Material für einen – wenn auch sehr durchschnittlichen – Beitrag zusammen und musste diesen nur redigieren. Das habe ich in diesem Fall bewusst gering gehalten – damit du dich von der Sprache der KI überzeugen kannst. Ob das bei Google funktioniert, werden wir demnächst sehen.

Bevor wir nun ins Detail gehen: Ich hatte das Gefühl, dass ChatGPT selbst eine gute Übung gegen Schreibblockaden sein kann. Denn du bekommst immer irgendwas – und das ist besser als ein leeres Word-Dokument.

Hier sind einige Punkte, die ich in der Redigatur immer verändern würde:

  • Mehr Abwechslung bei den Satzlängen. Die KI verwendet vorwiegend längere Sätze und weiß nicht, dass mit einem kurzen Satz der Rhythmus und die Betonung gewinnt.
  • Einige Wörter raus und wichtige Gedanken wiederholen. Grundsätzlich ist die KI recht stilsicher, doch immer wieder verwendet sie einerseits unnötige Wörter. Andererseits weiß sie nicht, was zum besseren Verständnis der Kernaussage wiederholt werden sollte.
  • Originellere, überraschende Formulierungen einbauen: Wir lesen Texte aufmerksamer, wenn sie nicht nur ruhig fließen, sondern gelegentlich gedankliche Stolpersteine im Weg liegen. Damit meine ich nicht fiese Fremdwörter, sondern leicht verständliche, aber originelle Wörter oder Gedankengänge.
  • Textstruktur anpassen: Ein guter Online-Artikel hat einen kurzen Einstieg, ein knappes Fazit und gut aufgeteilte Kapitel mit passenden Überschriften. Wenn wir einen solchen Artikel mit der KI gemeinsam entwickeln, ist es unsere Aufgabe, genau das im Blick zu behalten.

Bei der Rechtschreibung kann ich der KI nichts vormachen. Und das, obwohl ich mit ChatGPT nur auf Deutsch kommuniziert habe – also nicht in ihrer Muttersprache. Allerdings musste ich den Text natürlich gendern, da dies nicht standardisiert ist.

Alles zusammen hat dieser Beitrag über Schreibblockaden etwas weniger als eine Stunde gedauert. Etwa die Hälfte der Zeit, die ich ohne KI dafür benötigen würde. Ich hätte dann weniger Details zu den bekannten Autor:innen eingebaut und ich hätte teilweise andere Übungen verwendet. Das Ergebnis – vor allem, wenn du für wenig Geld als Autor:in arbeitest – ist aber in Ordnung.

Natürlich dürfen wir bei Individualität und Leser:innen-Ansprache und SEO keine Wunder erwarten. Dazu in den nächsten beiden Kapiteln.

Was ist bei KI-generierten SEO-Texten zu beachten?

Und was sagt Google zu alledem? Natürlich nichts wirklich Belastbares. Grundsätzlich gilt, dass automatisch erstellte Inhalte von der Suchmaschine als „Spam“ eingeschätzt werden. Und genau das hat John Müller Anfang 2022 in einem Hangout bestätigt. Und wer den Kampf der Suchmaschine gegen sogenannte Textspinner kennt, weiß, was das bedeutet. Textspinner sind Maschinen, die aus den gleichen oder ähnlichen Wörtern und Synonymen eine große Zahl von Texten machen. Also: inhaltlich identisch, aber kein Duplicate Content. Nun: Darüber lächeln heute die Ingenieure in Mountain View nur noch, denn sie erkennen diese gespinnten Texte ziemlich gut.

Der Fall bei Künstlicher Intelligenz liegt aber anders: Sie sammelt ja für jeden Text Informationen und baut diese Elemente zu lesbaren Texten zusammen. Heraus kommen nicht immer gleiche Inhalte, sondern andere. Die KI ist – so der Gedanke vieler SEOs – deshalb nur eine legitime Arbeits- und Kostenerleichterung. Etwa so, wie Texter:innen, die wahnsinnig schnell schreiben. Nur stimmt das? Hier zwei Antworten:

Warum Google KI-Texte vermutlich downranken will

Einerseits also: Die Suchergebnisse dürfen laut Google nicht mit massenhaft langen und inhaltsleeren Texten geflutet werden. Andererseits verwenden SEOs die KIs genau dafür. Und wer gewinnt? Natürlich die Suchmaschine, wie immer. Auch, wenn solch ein Spam eine Weile vermutlich ranken wird, weil Google den Algorithmus erst noch nachjustieren muss. Es gibt drei Hebel, an denen Google KI-Texte erkennen kann und wird:

Du denkst, Google erkennt nicht, ob ein Text von einer KI stammt? Falsch! Das kannst du im Giant Language model Test Room selbst sehen.
  1. Derzeit sind die KIs noch abgeschlossene Systeme. Deshalb werden dort nur alte und „durchschnittliche“ Informationen stehen. Die Suchmaschine muss also gar nicht erkennen, dass es ein KI-Text ist – sondern nur, dass der Inhalt alt und durchschnittlich ist und woanders bessere Inhalte stehen.
  2. Der Mensch bringt Eigenarten und Fehler in Texte. Ich meine nicht Schreibfehler, sondern Fehler im Rhythmus oder bei der Wortwahl. Ich weiß nicht, wann Google das erkennen kann – aber die Zeit sollte nicht sonderlich fern sein.
  3. Es gibt KI, die KI erkennt: IBM Watson und Harward NLP haben einen öffentlichen Giant Language model Test Room eingerichtet, der abschätzt, ob ein Inhalt künstlich erzeugt wurde. Das Gerät berechnet einen Wert, wie wahrscheinlich das nächste Wort sein könnte. Je wahrscheinlicher alle Wörter sind, umso eher wurde der Text von einer KI geschrieben. So einfach geht das. Allerdings basiert dieser GLTR auf einem schon veralteten Datensatz. Aber es zeigt, wie es geht. Und, hey: Google hat dadran sicher auch schon viel gearbeitet.

Fazit 1: Google kann KI-basierte Texte erkennen und will alten, durchschnittlichen Inhalt aus den Suchergebnissen fernhalten.

Warum Google KI-Texte NICHT eher downranken will

Gilt dieses „mittelmäßig und alt“ für alle Texte, die mit einer KI gebaut wurden? Nein, natürlich nicht. Die Wege, die ich oben beschrieben habe, sind vermutlich sogar besser als OHNE KI. Und das Ziel der Suchmaschine ist ja nicht, KI-Texte zu verbieten, sondern die besten Suchergebnisse zusammenzustellen. Und wenn eine Künstliche Intelligenz dabei hilft, dürfte das für Google passen. Selbst, wenn sie erkennen, dass Teile des Inhalts automatisch erstellt wurden.

Fazit 2: Letztlich dürfte Google die Quelle eines guten Inhalts egal sein. Und wer mit seiner KI beim Schreiben keine billige Text-Massenware anfertigt, wird vermutlich damit ranken können.

KI-Texte erkennen

Es kann wichtig sein, Texte im Internet oder in Schul- oder Studienarbeiten als KI-generiert zu erkennen. Das ist mit dem bloßen Auge fast unmöglich – deshalb gibt es zahlreiche Tools, die einen KI-Text als solchen identifizieren. Diese Tools setzen dafür die gleiche Technik an, wie die KI-Produzenten: Vereinfacht gesagt, berechnen sie die Wahrscheinlichkeit, welche Wörter im Text kommen.

Zwei ähnliche Briefings mit ähnlichen Ergebnissen.

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass ChatGPT auf zwei identische Prompts einen identischen Text generiert – aber es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Texte ziemlich ähnlich sind. Jedenfalls, wenn sie recht allgemein gebrieft wurden. Und wer massenhaft SEO-Texte raushaut oder als Schüler von seinem Aufsatz-Thema keine Ahnung hat, wird recht knapp und allgemein briefen. Deshalb bringen die hier nun folgenden Tools gute und schlechte Ergebnisse.

Auch ein Qualitäts-Faktor: Alle KIs entwickeln sich rasant weiter und basieren auf teils sehr unterschiedlich umfangreichen Sprachmodellen. Es ist also ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem das Kontrolltool erst die Spielregeln des Produktionstools verstehen muss. Deshalb gebe ich hier auch keine Bewertung für die Tools ab – denn diese kann sich täglich ändern. Das müsst ihr schon selbst ausprobieren; und bitte immer kritisch bleiben.

  • Writer (Detector einer KI-Suite)
  • OpenAI (allerdings auf einem alten Sprachmodell.)
  • GLTR (ein Testroom von MIT-IBM Watson AI lab und Harvard NLP)
  • GPT Radar (hat bei meinen Versuchen noch am besten funktioniert)
  • Originality.AI (checkt auch nach Duplicate Content)
  • Crossplag (checkt auch nach Dupliacte Content und hat gut funktioniert)

Tatsächlich war es (Anfang 2023) für alle diese Tools ziemlich schwer, einige ChatGPT-Texte entsprechend zu enttarnen. Nun ja, das Rennen hat begonnen.

Der menschliche Faktor: KI-Texte optimieren

Ich denke, wir sind uns einig: Texte von einer KI sind deshalb so gut – weil sie sich lesen, wie von einem Menschen geschrieben. Wir können sie also an der Qualität von Mensch-geschriebenen Texten messen. Und wir können unsere eigene Qualität so einbringen, dass sie von uns selbst sein könnten. Vielleicht sogar besser.

Zunächst einmal drei Checks, die wir immer machen müssen:

  1. Stimmt der Inhalt? Die Quellen, auf die die KI zurückgreifen kann, können falsch oder alt sein. Und zusätzlich denkt sich die Maschine auch Dinge aus, die in die Anfrage passen. Bei Bildern ist das manchmal sogar hilfreich – bei Texten kann das zu Falschinformationen führen. Da wir aber selbst für jedes veröffentlichte Wort verantwortlich sind, müssen wir also die Informationen checken. Ich lasse mir dafür z.B. von ChatGPT immer die Quellen nennen. Und nicht immer bekomme ich eine zufriedenstellende Antwort …
  2. Welche Vorurteile stecken drin? Da wir von der KI bekanntlich so etwas wie den „Durchschnitt der bestehenden Texte“ (auch, wenn das formal nicht richtig ist) bekommen, kann der Inhalt auf alten und neuen Vorurteilen beruhen. Bei Bildern sind „Mann und Frau“ (ohne weitere Angaben) immer mittelalt, weiß, schlank und gut aussehend. Und auch in Texten ist das die Grundannahme. Wir müssen also nicht sonderlich „woke“ sein, um den Fehler zu sehen. Deshalb überprüfe alles auf Fairness, Plausibilität und Ausgewogenheit. Du lebst in dieser Welt – die KI kennt nur Speicherplatten und Chips.
  3. Ist das aktuell? Bitte check zu jedem Thema, ob es da neue Informationen oder gar News gibt. Denn der Inhalt der KIs ist nicht sonderlich neu. Außerdem haben sie nicht den Auftrag, aktuelle Berichterstattung zu machen. Willst du also aus der Lexikon-Falle raus, musst du selbst nachschauen.

Nun zur Optimierung mit dem menschlichen Faktor. Was macht diesen überhaupt aus? Dazu gehört ein Teil des Briefings weiter oben: dein Dreh, deine Sichtweise auf das Thema. Und weiter oben habe ich einige Tipps zur Redigatur von KI-Texten genannt. Aber es gibt noch einige weitere Punkte, auf die du achten kannst:

  • Arbeite den Workflow ordentlich ab: Idee > Konzept > Recherche > Kreation > Produktion > Analyse. Lass dir gerne auf jeder Stufe dabei von einer künstlichen Intelligenz helfen. Aber glaube nicht, dass sie die Steuerung der Inhalte für dich übernehmen können.
  • Bring eigene Ideen beim Generieren ein: Bei Neurflash gibt es eine schöne Funktion, in der vorhandene Texte von der KI weitergeführt werden. Dann schreibst du einen Absatz und die KI ergänzt, was ihr dazu einfällt. Bei ChatGPT kannst du eigene Informationen einbringen oder auch nach speziellen Recherchen fragen. Wie auch immer gilt, was ich schon beim Briefing oben geschrieben habe: Sei da, wo es dir wichtig ist, so fokussiert wie möglich.
  • Briefe die KI so speziell wie möglich: Ein Tool, das KI-Texte erkennt, wird die Wahrscheinlichkeit berechnen, welche Wörter und Sätze folgen und geht dabei von einem allgemeinen Briefing aus. Sie kennen aber nicht das eigentliche Briefing. Ist dieses präzise und/oder überraschend, ist damit ein Flug unter dem Radar wahrscheinlicher. Und für menschliche Leser:innen wird der Inhalt auch greifbarer.
  • Realisiere die Textstruktur selbst: Also prüfe jeden KI-Text, ob Anfang, Mittelteil und Ende in einem ausgewogenen und interessanten Verhältnis zueinander stehen. Wenn es sinnvoll erscheint, solltest du auch mal einen ganzen Absatz selbst einfügen. Diese Arbeit lohnt sich für Mensch und Maschine.
  • Redigiere den Text großzügig: Lies den Text laut und ändere ihn an möglichst vielen Stellen mit deinen Formulierungen, mit Synonymen und eigene Redewendungen. Hierbei geht es nicht nur darum, deine eigene Stimme einzubauen. Es geht auch darum, mit originellen Wörtern und Gedanken die Eintönigkeit zu durchbrechen, die sowohl die Leser als auch die Suchmaschine stört.
  • Headline, Einstieg und Fazit bitte immer selbst schreiben: Du kannst dich natürlich inspirieren lassen. Aber dann hast du nur Mittelmaß. Nimm dir die Zeit, die dir die KI schenkt, um an diesen wichtigen Textstellen zu feilen.

Dann klappt die Texterstellung per KI nicht nur für die Maschine, sondern auch für den Menschen. Womöglich sparst du nun beim Texten nicht sonderlich viel Zeit. Aber die Qualität …

Tricks und Beispiele für funktionierende Prompts

Und nun: Wie anfangen? Hier einige Beispiele und einige Tricks, wie du einer KI die besten Texte entlockst.

Was erreicht werden sollWie der Promt lauten könnte
Ideen für einen neuen Blogbeitrag finden.Nenne mir fünf aktuelle Aspekte oder Fragen rund um [THEMA]
Neue Inspirationen für ein Thema finden. Gebe mir für [THEMA] Beispiele an, die der vorherrschenden Darstellung widersprechen.
Eine Gegenposition entwerfen. Formuliere mir einen Entwurf für mehrere Denkanstöße, die die vorherrschenden Meinungen zu [THEMA] in Frage stellen.
Den aktuellsten Stand (den die KI kennt) abrufen. Was sind die aktuellsten Informationen, die zu [THEMA] hinzugekommen sind.
Viele und ungewöhnliche Ideen entwickeln. Mache ein Brainstorming zu mindestens zehn Blickwinkeln und Ansätzen zu [THEMA] und priorisiere dabei die neuen und ungewöhnlichen.
Korrekte Darstellung mehrere Aspekte zu einem Thema.Formuliere einen Text [LÄNGE, ART] und nenne alle dafür verwendeten Quellen.
Einen Stil entwickeln. Erstelle für mich einen Styleguide für künftige Veröffentlichen zu [THEMA]
Einen guten Text-Aufbau entwickeln.Nenne mir wichtige Textelemente für Ratgeberbeiträge rund um [THEMA]
Den eigenen Sprachstil für zukünftige Briefings finden. Analysiere den folgenden Text auf Stil, Sprache und Tonfall. Erstelle mir mithilfe von NLP eine Aufforderung, weitere Artikel in diesem Stil, derselben Sprache und im gleichen Tonfall zu schreiben: „HIER DEIN TEXT“.
Einen rationalen, guten Schreibstil vorgeben.[Befehl wie oben]
– Verwende eine starke, überzeugende Sprache.
– Stelle Fragen zur Überleitung zwischen den Absätzen.
– Zeige die wichtigsten Punkte mit Beispielen und Beweisen.
– Sprich die Leser direkt an.
Vorurteile, Ungenauigkeiten und durchschnittliche Texte minimieren. Verwenden Sie einen sachlichen Stil und präzise Sprache, und legen Sie besonderen Wert auf die Überprüfung von Informationen auf Fairness, Plausibilität und Ausgewogenheit. Stellen Sie sicher, dass die Artikel aktuell sind und auf neuen Informationen und News basieren.

Quellenangaben und Tooltipps

Die mir bekannten Generatoren:

Weitere Hilfen und Tools.

http://gltr.io/dist/index.html: Hier kannst du testen, ob ein Text womöglich von einer KI geschrieben wurde. Noch auf einer kleineren Text-Basis (GPT-2, ChatGPT basiert auf GPT-3) – doch die Ergebnisse sind m.E. ziemlich eindeutig auch für weiter entwickelte Texte.

Ein Gedanke zu „Promts für die AI: die Künstliche Intelligenz briefen“

  1. Pingback: Tools für Autor:innen: Ohne diese Tools würde ich aufgeben - Contentman

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