Die 7 journalistischen „Ws“

Was soll ein ordentlicher Beitrag tun? Ganz einfach: Er soll so viele der „7 journalistischen Ws“ beantworten wie möglich. Dabei handelt es sich um sieben Fragen, die schon Volontäre nach wenigen Tagen drauf haben.

7 journalistische Ws

  1. wer (hat etwas getan)
  2. was (hat er denn getan)
  3. wo (hat er es getan)
  4. wann (hat er es getan)
  5. wie (hat er es getan)
  6. warum (hat er es getan)
  7. woher (ist die Information)

Nun, und jeder der (im Internet oder sonstwo) nach Inhalten sucht, hat (bewusst oder unbewusst) diese Frage im Kopf. Deshalb muss sich jeder noch so kurze Text an diesen Fragen orientieren.

Nicht nur für Redakteure

Und, ganz klar: Auch, wenn diese W-Fragen die „journalistischen Ws“ heißen, gelten sie für jeden Text. Egal, ob Pressemitteilung, Produktbeschreibung oder Blogbeitrag. Letzerer natürlich in einem begrenzten Umfang, einem einzelnen Blogger verzeiht man eher. Und trotzdem sollte auch ein Feld-, Wald- und Wiesen-Texter immer das Ziel haben, diese Ws zu beantworten. Ausnahmen ist vielleicht eine Glosse oder ein Interview, in dem man gar nicht aufgerufen ist, möglichst umfassend zu informieren.

Warum die „s“ wichtig sind

Was, das geht nicht? Natürlich ist das möglich. Denn nicht jede dieser Fragen muss auch explizit erklärt werden. Ein Beispiel: Sie schreiben einen Produkttest über das iPhone. Warum sollten Sie dann die Fragen nach dem „wo“ und dem „wann“ beantworten? Sie werden ja wohl kaum darüber referieren wollen, wo und wann genau Sie diesen Test gemacht haben. Oder doch? Natürlich! Gerade bei einem Test ist diese Information sehr wichtig, denn zum Beispiel die Testergebnisse eines Druckers sind nur dann relevant, wenn dieser Test in Deutschland und vor nicht mehr als einem Jahr stattgefunden hat. Das müssen Sie natürlich nicht in den Copytext schreiben – aber ein Datum auf der Seite und die .de-Domain sorgen hier für Sicherheit beim Leser.

Und, ob Sie das glauben oder nicht: Ein Leser wird sich innherlich ein wenig entspannen, wenn er weiß, wann und wo Sie den Test durchgeführt haben. Und um ein wohliges Gefühl beim Leser geht es ja schließlich…

Noch ein Beispiel? Was hat die Antwort auf die Frage „Warum?“ auf der Infoseite für die Kategorie „Mountainbikes“ einer Fahrrad-Werkstatt zu suchen? Na logisch: Nur dann, wenn Sie dem Leser möglichst schnell und deutlich klar machen, dass Sie sein Fahrrad reparieren und ihm kein neues Radl verkaufen möchten, wird diese Webseite erfolgreich sein.

Und wie geht das?

Wie schon gesagt: Es ist nicht immer notwendig, jede Frage explizit zu beantworten. Es genügt manchmal auch das Datum des Beitrags oder das Umfeld des Artikels. So muss die Herkunft einer Produkt-Information auf der Seite des Herstellers nicht genannt werden. Aber ein Händler sollte schon „Herstellerangaben“ dazu schreiben…

Ein guter Zeitpunkt, über die sieben journalistischen Ws nachzudenken ist übrigens nicht bei der Fertigstellung eines Textes. Besser ist dieser Ablauf:

  1. Thema festlegen
  2. Welche Fragen werden die User an mich haben?
  3. Recherche nach dieser Liste
  4. Strukturieren des Beitrags
  5. Formulieren des Beitrags
  6. Gegencheck: Alles drin?

Das ist ein etwas aufwändiger – aber funktionierender Ablauf. Wer sich einige Wochen lang beim Schreiben von Artikeln damit beschäftigt, wird nach und nach merken, wie sich diese Fragen in den Schreibprozess „eingraben“ und der Punkt „2“ wird bald nicht mehr notwendig sein.

Eric Kubitz ist einer der beiden Gründer der CONTENTmanufaktur GmbH, gelernter Journalist und begeisterter Autor. Hier ist er zu finden: Google+, Twitter, Facebook.

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